Wer darf auf Frauenparkplätzen eigentlich parken?

Frauenparkplatz: Wer hier parken darf, ist nicht jedem Autofahrer klar. (Quelle: Christian Ohde/imago images)

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Darf man sich einen Parkplatz reservieren? Was gilt, wenn man parkt und dann in Urlaub fährt? Und dürfen nur Frauen ihr Auto auf einem Frauenparkplatz abstellen? Der ADAC liefert die Antworten.

Regelungen und Verkehrszeichen ohne Ende: Wohl nichts ist im Straßenverkehr so verwirrend wie die Vorschriften zum Parken. Der Verkehrsclub ADAC hat weitverbreitete Mythen auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft.

„Über den Urlaub kann ich mein Auto bedenkenlos auf einem freien Parkplatz abstellen.“

Korrekt ist: Wer in den Urlaub fährt oder wegen einer längeren Dienstreise abwesend ist, sollte sich nicht nur um einen Parkplatz für sein Auto kümmern. Sondern man sollte auch dafür sorgen, dass jemand ein wachsames Auge auf das Auto hat. Denn: Das Auto kann durch kurzfristig eingerichtete Halteverbotszonen (z.B. für Umzüge, Reparaturen durch Gas/Wasserwerk, Filmaufnahmen) plötzlich doch unrechtmäßig geparkt sein.

Ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts besagt: Ursprünglich regulär geparkte Fahrzeuge dürfen aus einer nachträglich eingerichteten Halteverbotszone nach vollen drei Tagen Vorlaufzeit abgeschleppt werden. Der Fahrzeughalter hat die entsprechenden Kosten der Abschleppmaßnahme zu tragen.

„Bei Umzügen kann ich mir einen Parkplatz reservieren.“

Korrekt ist: Parkplätze zu reservieren und diese durch Gegenstände für andere zu blockieren, ist grundsätzlich nicht erlaubt und gilt als Ordnungswidrigkeit. Beim Straßenverkehrsamt kann aber ein Parkverbot für den Umzugstag beantragt werden.

„Auf Frauen-Parkplätzen dürfen nur Frauen parken.“

Korrekt ist: In der Straßenverkehrsordnung gibt es keine Frauen-Parkplätze und entsprechend keine verbindlichen Verkehrszeichen. Eine Geldbuße für dort parkende Männer kommt daher nicht infrage. Allerdings können Besitzer von Parkflächen, etwa Parkhäuser, eigene Regeln erlassen. Der Betreiber kann dort parkende Männer anweisen, den Parkplatz zu verlassen, und eventuell ein Hausverbot aussprechen.

„Auf Eltern-Kind-Parkplätzen darf man auch mit älteren Kindern parken.“

Korrekt ist: Auch solche Parkplätze sind nicht Bestandteil der Straßenverkehrsordnung. Sie können nur auf Privatgrundstücken ausgewiesen werden. Der Betreiber des Parkplatzes kann jedoch darauf bestehen, dass die Plätze gemäß seinen Nutzungsbedingungen verwendet werden. Diese besagen oftmals, dass nah am Eingang gelegene und extra breite Stellplätze für Eltern von Babys oder Kleinkindern freigehalten werden sollen, um ihnen das Ein- und Aussteigen zu erleichtern.

„Wenn ich die Warnblinkanlage einschalte, signalisiere ich, dass ich gleich zurückkomme und nicht parke.“

Korrekt ist: Die Warnblinkanlage darf nur in Gefahrensituationen benutzt werden. Ansonsten kann die Polizei ein Bußgeld von fünf Euro verhängen.

„Kurzzeitiges Halten oder Parken in zweiter Reihe ist erlaubt.“

Korrekt ist: Parken in zweiter Reihe ist grundsätzlich verboten. Parken beginnt schon ab drei Minuten. Halten (bis drei Minuten) ist in speziellen Fällen erlaubt, etwa zum Ausladen schwerer Güter oder zum Blick auf einen Stadtplan. Unberechtigtes Halten in zweiter Reihe kostet 15 Euro Bußgeld, mit Behinderung 20 Euro. Parken wird je nach Dauer noch teurer. Taxis dürfen, wenn die Verkehrslage es zulässt, neben anderen Fahrzeugen auf dem Seitenstreifen oder am rechten Fahrbahnrand halten oder parken, um Fahrgäste ein- oder aussteigen zu lassen. Lieferfahrzeuge brauchen dazu eine Ausnahmegenehmigung.

„Wenn ich für fünf Minuten in ein Geschäft gehe, ist das Halten und nicht Parken.“

Korrekt ist: Wer sein Auto verlässt oder länger als drei Minuten hält, der parkt.

„Wenn ich einen Schaden an einem parkenden Auto verursacht habe, genügt es, einen Zettel mit meiner Anschrift hinter den Scheibenwischer zu klemmen.“

Korrekt ist: Der Zettel kann durch den Wind davonfliegen oder von jemandem entfernt werden. Deswegen sollte man auf den Besitzer warten oder die Polizei verständigen. Andernfalls handelt es sich um unerlaubtes Entfernen vom Unfallort. Das ist keine Ordnungswidrigkeit, sondern ein Straftatbestand. Auch Bagatellschäden müssen dem Besitzer oder der Polizei gemeldet werden, um den Vorwurf der Fahrerflucht zu vermeiden. Typische Folgen von Fahrerflucht sind Geldstrafen, mindestens zwei Punkte in Flensburg sowie ein eventuelles Fahrverbot von mindestens einem Monat.

„Die Parkscheibe kann ich bei Bedarf nachstellen und so die Parkzeit verlängern.“

Korrekt ist: Das ist verboten und wird wie Parken ohne Parkscheibe gewertet. Erlaubt ist jedoch, einmal um den Block zu fahren und dann das Auto erneut abzustellen – mit der dann gültigen Ankunftszeit.

„Wie Parkscheiben aussehen, ist nicht wichtig.“

Korrekt ist: Die Parkscheibe muss nach den Vorgaben der Straßenverkehrsordnung blau-weiß sowie elf Zentimeter breit und 15 Zentimeter hoch sein. Parkscheiben in anderen Farben und Größen sind nicht zulässig. Das Bußgeld für Parken ohne Parkscheibe liegt zwischen 10 Euro (bis 30 Minuten) und 30 Euro (über drei Stunden).

„Die Parkscheibe muss ich möglichst genau auf meine Ankunftszeit einstellen.“

Korrekt ist: Die Parkscheibe muss auf die nächste halbe Stunde nach der Ankunftszeit eingestellt werden. Beispiel: Bei Ankunft um 9.10 Uhr ist die richtige Einstellung 9.30 Uhr. Den Zeiger zwischen die Striche zu stellen, ist nicht erlaubt und zählt als Parken ohne Parkscheibe.

„Man kann auch elektronische Parkscheiben nutzen.“

Korrekt ist: Seit 2005 dürfen auch elektronische Parkscheiben verwendet werden, wenn sie folgende Kriterien erfüllen: Die Typengenehmigung muss erteilt sein, nach dem Abstellen des Fahrzeugmotors darf sie die Einstellung nicht ändern und die Parkscheibe muss gegen jegliche Eingriffe gesichert sein. Auf der Vorderseite trägt sie eine Abbildung des Verkehrszeichens 314 (weißen P auf blauem Grund), über dem Display steht das Wort „Ankunftszeit“, im Display befindet sich eine 24-Stunden-Zeitangabe mit einer Zahlenhöhe von mindestens zwei Zentimetern und die elektronische Parkscheibe muss von außen gut und zweifelsfrei lesbar sein.

Verstoß gegen Parkverbot: Diese Strafen gelten

VerstoßBuße (in Euro)Punkte
Falsch herum parken15
Par­ken auf Geh- oder Rad­we­g20
Par­ken an en­ger und un­über­sicht­licher Stra­ßen­stel­len15
Par­ken im Be­reich einer schar­fen Kur­ve15
Par­ken auf Fuß­gän­ger­über­we­g sowie bis zu fünf Me­ter da­vor und dahinter15
Par­ken im (ein­ge­schränk­ten) Halte­ver­bot15
Par­ken bis zu zehn Me­ter vor Licht­zei­chen15
Par­ken auf Auto­bah­n oder Kraft­fahrt­stra­ße701
Par­ken an Eng­stel­le mit Be­hin­de­rung von Ret­tungs­fahr­zeu­gen601
Par­ken vor Feu­er­wehr­zu­fahr­t35
Par­ken vor Feu­er­wehr­zu­fahr­t mit Be­hin­de­rung601
Par­ken auf Sperr­flä­che25
Par­ken in ver­kehrs­be­ru­hig­tem Be­reich10
Par­ken in zwei­ter Rei­he20
In ei­ner Pan­nen­bucht un­be­rech­tigt par­ken25
Park­lücke un­be­rech­tigt besetzt10
Pa­rken auf ei­nem Schwer­be­hin­der­ten-Park­platz35

Verstoß gegen Halteverbot: Diese Strafen gelten

VerkehrssündeBuße (in Euro)
Halten am Taxistand, in einer Halteverbotszone, nahe einem Fußgängerüberweg oder das haltende Fahrzeug verdeckt Verkehrszeichen bzw. Lichtzeichen10
… Dadurch werden andere Verkehrsteilnehmer behindert15
Halten vor oder in einer Feuerwehrzufahrt10
Halten in zweiter Reihe15
… Dadurch werden andere Verkehrsteilnehmer behindert20
Nicht platzsparend halten10
Unberechtigt in einer Pannenbucht halten20
Halten im Fahrraum von Schienenfahrzeugen20
… Dadurch werden andere Verkehrsteilnehmer behindert30

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