Wie man Milben erkennt und welche Symptome auftreten


Mit dem bloßen Auge sind sie nicht zu sehen. Doch sie können eine Menge Probleme bereiten: Hausstaubmilben und vor allem ihr Kot lösen bei Allergikern heftige Reaktionen aus. Was dagegen hilft, lesen Sie hier.

Bei einer Allergie bekämpft das Immunsystem Substanzen aus der Umwelt, die anderen Menschen nichts ausmachen. Experten sprechen von einer sogenannten überschießenden Reaktion, da die Fremdstoffe eigentlich keine Gefahr darstellen und gar nicht bekämpft werden müssten. Pollen, Tierhaare und Hausstaubmilben gehören mit zu den bekanntesten Allergenen.

Sind Milben gefährlich für den Menschen?

Die Hausstaubmilbe ist neben Krätzmilben, Lauf- und Grasmilben sowie Haarbalgmilben die bekannteste Milbenart. Sie nistet sich bevorzugt in Matratzen und Bettwäsche von Menschen ein. Auf dem Speiseplan der Hausstaubmilbe stehen menschliche Hautschuppen. Der Kot, den die Milbe ausscheidet, kann für einen Menschen zur Gefahr werden und allergische Reaktionen herrvorrufen. Atmet man ihn regelmäßig ein, kann dies zu einer Hausstauballergie oder zu Asthma führen. Der in der Luft aufgewirbelte Milbenkot ist also sehr wohl gefährlich für den Menschen.

Wie kann man Milben erkennen?

Milben zu erkennen, ist für das menschliche Auge praktisch unmöglich. Die Hausstaubmilbe wird bis zu einem halben Millimeter groß. Zwei Milben passen also zusammen problemlos durch das Nadelöhr einer herkömmlichen Stecknadel. Die meisten Spinnentiere können übrigens nicht beißen. Eine Milbenbisswunde ist folglich ausgeschlossen. Erst potenzielle Symptome können die Anwesenheit von Milben letztlich bestätigen.

Allergien plagen viele ein Leben lang

In den seltensten Fällen heilt eine Allergie von selbst wieder aus – am besten stehen die Chancen noch bei Lebensmittelallergien. Meist begleiten die Beschwerden den Betroffenen ein Leben lang und lassen sich nur durch eine gezielte und dauerhafte Therapie zurückdrängen.

Hausstaub sammelt sich im Staubfeudel: Die Mischung aus u.a. Milbenkont, Hautschuppen, Pflanzenteilchen, Spinnweben und toten Bakterien kann für Allergiker gefährlich werden. (Quelle: imago images)Hausstaub sammelt sich im Staubfeudel: Die Mischung aus u.a. Milbenkont, Hautschuppen, Pflanzenteilchen, Spinnweben und toten Bakterien kann für Allergiker gefährlich werden. (Quelle: imago images)

Um die Symptome einer Hausstaubmilbenallergie zu lindern, kommt es vor allem auf drei Maßnahmen an: die Allergenvermeidung beziehungsweise -reduzierung (Karenz), die Gabe von Medikamenten sowie wenn möglich eine Hyposensibilisierung.

Hausstaubmilben: Welche Symptome können auftreten?

Die häufigsten Symptome, die nach dem Kontakt mit Hausstaubmilben auftreten, hängen mit allergischen Reaktionen zusammen. Diese äußern sich vor allem durch:

  • Juckreiz
  • Nießreiz
  • verstopfte Nase
  • gerötete Augen
  • Atemnot

Was kann man gegen Hausstaubmilben machen?

Im ersten Schritt gilt es, den Allergieauslöser, in diesem Fall die Hausstaubmilben und ihren Kot, weitestgehend zu reduzieren. Im Schlafzimmer, beziehungsweise im Bett, wo sich die meisten Spinnentiere tummeln, ist es wichtig, gut zu lüften. Je wärmer und feuchter es ist, desto wohler fühlen sich die Milben.

Bei einer Hausstaubmilbenallergie den Boden regelmäßig feucht wischen
Der Boden sollte zwei bis drei Mal in der Woche feucht gewischt werden. Hat das Schlafzimmer Teppichboden, sind spezielle Allergie-Staubsauger mit sogenannten Hepa-Filtern empfehlenswert. Diese verhindern, dass unnötig Staub aufgewirbelt wird und in die Atemluft gelangt.

Bettwäsche alle zwei Wochen waschen

Bettdecken und Kissen sollten waschbar sein und alle sechs Wochen bei mindestens 60 Grad in die Waschmaschine gegeben werden, um die Milbenanzahl zu reduzieren und ihre Ausscheidungen zu entfernen. Die Bettwäsche wechselt man am besten alle zwei Wochen.

Spezieller Matratzenüberzug hält Milben in Schach

Nach spätestens fünf bis sechs Jahren ist es ratsam, eine neue Matratze zu kaufen. Allergiker verwenden zudem am besten einen speziellen milben- und allergendichten Überzug, Encasing genannt. Dieser stellt laut dem Deutschen Allergie- und Asthmabund die wichtigste Sanierungsmaßnahme im Schlafzimmer dar. Außerdem sollten Bettwäsche und Matratze „atmen“ können: Die Matratze tagsüber nicht zudecken, sondern die Bettwäsche offen und zurückgeschlagen am Ende des Bettes auslüften.

Ledercouch besser als Stoffsofa

Auch an das Sofa sollte man denken. Besteht es aus Stoff, finden sich dort ebenfalls eine Menge Milben. Dort am besten einmal in der Woche saugen. Eine staubarme Alternative ist ein Ledersofa. Milben auf Textilien wie Kissen, Stofftieren und Gardinen, die nicht bei 60 Grad waschbar sind, können durch zwei Tage Tiefkühltruhe abgetötet werden. Danach wäscht man sie aus.

Was hilft gegen eine Hausstaubmilbenallergie?

Langfristig ist vor allem die Hyposensibilisierung (Spezifische Immuntherapie, SIT) wirksam. Sie ist die einzige ursächliche Behandlungsmöglichkeit einer Hausstaubmilbenallergie. Hierbei wird dem Körper in steigender Dosis das Allergen gespritzt, um das Immunsystem Stück für Stück an den Allergieauslöser zu gewöhnen.

Irgendwann nimmt die Immunreaktion ab und die Beschwerden werden erträglicher. Bei vielen Betroffenen verschwinden die Beschwerden sogar ganz. Etwa drei Jahre dauert die Behandlung. Das Ziel der Therapie ist zudem eine Senkung des Asthmarisikos. Denn wird die Hausstaubmilbenallergie nicht behandelt, drohen die Symptome auf die Lunge überzugreifen.

Neben den Maßnahmen einer Sensibilisierung können antiallergische Medikamente (Antihistaminika) helfen, die Immunreaktion in Schach zu halten. Zeigen die Präparate nicht die gewünschte Wirkung, kommen häufig cortisonhaltige Medikamente zum Einsatz. Oft kann bereits eine geringe Dosierung gute Erfolge erzielen.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.



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