Zehn Fernzüge pro Tag ersatzlos ausgefallen | ZEIT ONLINE


Die Deutsche Bahn hat im vergangenen Jahr im Schnitt knapp zehn Fernzüge pro Tag ersatzlos gestrichen. Das teilte das Unternehmen mit. Die Zahl entspricht
bei rund 1.400 ICE, IC und EC täglich einer Ausfallquote von 0,7 Prozent.
Im ganzen Jahr waren es den Angaben nach rund 3.500 Fernzüge, die den geplanten Startbahnhof erst gar nicht verließen.

Vor einer Woche hatte die Bahn bereits berichtet, dass 2018 im Fernverkehr etwa zwei Prozent aller Haltebahnhöfe nicht erreicht worden seien. In diese Berechnung gingen auch jene Züge ein, die nur einen Teil der geplanten Strecke
zurücklegten. Grund für die Ausfälle waren oft technische Störungen oder nach Unwettern
blockierte Strecken.

Zugleich hat das Unternehmen einem Bericht zufolge mit Sparpreisen
und 19-Euro-Tickets im vergangenen Jahr einen neuen Fahrgastrekord
erzielt. Die Zahl von 142
Millionen Reisenden aus dem Jahr 2017 sei noch einmal übertroffen
worden, berichten die Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Der
Umsatz im Personenfernverkehr stieg demnach um fast 300 Millionen Euro
auf rund 4,5 Milliarden Euro. Die genauen Bilanzzahlen
veröffentlicht die Bahn im März.

Bei einem Krisentreffen zwischen dem Konzernvorstand und Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) Mitte Januar
hatte die Bahn ein Paket zur Verbesserung der Pünktlichkeit vorgestellt. Das Papier enthält allerdings im Wesentlichen bekannte Punkte. In diesem Jahr sollen rund
22.000 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einstellt werden, nachdem bereits im Vorjahr rund
24.000 rekrutiert wurden. Mit mehr Lokführern und Technikerinnen sollen
Zugausfälle und Verspätungen bekämpft werden.

Zudem will die Bahn auf
besonders stark befahrenen Strecken Engpässe, die sich auf das gesamte
Netz auswirken, durch ein besseres Management verringern, etwa um
Hamburg oder Mannheim. Daneben sollen Züge schneller gewartet und
Kundinnen besser über Verspätungen oder Gleiswechsel informiert werden. Am Mittwoch wollen sich Bahn und Verkehrsministerium zu einem neuen Gespräch treffen.

SPD und Pro Bahn fordern niedrigere Mehrwertsteuer für Bahn-Tickets

In die Diskussion um die Finanzierung der Deutschen Bahn hat der konservative Seeheimer Kreis der SPD „massive Investitionen“ in Schienen und neue Züge gefordert. Der Sprecher des Kreises, Dirk Wiese, sagte der Rheinischen Post, er lehne die vielfach geforderte Trennung von Netz und Betrieb zwar ab. Auf Bahnfahrten solle aber der verminderte Mehrwertsteuersatz gelten. „Eine Fernbusmaut muss eingeführt und Flugbenzin endlich besteuert werden.“

Der Fahrgastverband Pro Bahn unterstützte die Forderung. Dass sich Deutschland als einziges Land in Europa den höchsten Mehrwertsteuersatz auf Bahntickets leiste, sei völlig unverständlich, sagte Pro-Bahn-Ehrenvorsitzender Karl-Peter Naumann der Zeitung.



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