Dachboxen bei Warentest – nur vier sind zu empfehlen, zwei platzten im Crashtest

Welche Dachbox ist empfehlenswert?  ©Karl-Josef Hildenbrand/Picture Alliance

Die Stiftung Warentest hat zehn Dachboxen getestet. Wir verraten ihnen, welche Boxen im Test gut abgeschnitten haben und sagen, worauf man sonst noch beim Thema achten sollte.

Im Test wurden nur die Dachboxen beurteilt, dabei sind sie nur ein Teil eines Systems. Eine Dachbox ist nichts anders als eine große Plastikschachtel – allein bleibt sie nie auf dem Dach. Dazu benötigt man ein Set sogenannter Querträger. Das heißt, bei einer Neuanschaffung will nicht nur die Box bezahlt werden, hinzu kommen die Kosten für die Träger. Eine Box kann man länger als zehn Jahre nutzen. Doch beim Wechsel des Fahrzeugs passen die alten Querträger meist nicht. Das macht es auch fast unmöglich, eine Box zu verleihen. Es wäre eher ein Zufall, wenn ihr Querträger auf das Auto des Entleihers passt.

Keine Dachbox ohne Querträger

Auf den Querträger kann man im Prinzip verschiedene Aufbauten aufsetzen. Die Box im Winter, Fahrradträger im Sommer oder ein Gestell für Surfbretter. Doch tatsächlich ist die Montage des Aufbaus auf den Träger meist fummelig, außerdem wird es bei wechselnden Aufbauten sehr schwer, die Spalten im Querträger immer wieder neu passend mit Gummiprofilen abzudecken. Das muss man machen, weil sich die Windgeräusche zu einem Jaulen steigern.

Kurzum: Meist werden die Träger fest mit einer Box verschraubt.

Im Test wird auch das Handling der Box bewertet, entscheidender ist aber das Handling des Querträgers. Ihn müssen Sie mitsamt der Box auf das Autodach bringen, ohne Schrammen zu hinterlassen und ihn dann an den Befestigungsmöglichkeiten des Daches fixieren. Dieses Problem – und es ist ein Problem – umschifft der Test.

Gute Dachboxen sind teurer

Im Test sind nur große Boxen, wenn auch mal wieder – wie gewohnt – beim Rauminhalt geschummelt wird. Ein Hersteller dichtete gar 80 Liter dazu. Vier von zehn getesteten Boxen schnitten in jeder Teildisziplin mit der Note „Gut“ ab. Die anderen Boxen kommen kaum in Frage, weil der Preisunterschied zu gering ist, um ein schlechteres Produkt in Kauf zu nehmen.

Testsieger wurde die Thule Motion XT L für 590 Euro. Sie bekam die Note 1,9. Ihre Handhabung gefiel den Testern besonders. In die Box passen 455 Liter. Sie darf mit 75 Kilogramm belastet werden, so wie alle gut befundenen Boxen. Beim Crashtest schnitt die Kamei Oyster 450 noch etwas besser ab, insgesamt reichte es nur für den zweiten Platz (2,1). Diese Box kostet 630 Euro und es gehen 430 Liter hinein. Ebenfalls gut schnitten die Atera Casar L für 420 Euro und die Hapro Trivor 440 für 450 Euro ab. Wie erwähnt, addiert sich der Preis für die Querträger. Ein Paar einfache Träger wie die Thule 795 SmartRack kosten etwa 130 Euro.

Interessant ist die Kamei Oyster, wenn man den Querträger nicht nur für die Box nutzen will. Die Box von Kamei wird mit einem Klammersystem befestigt und lässt sich daher am leichtesten lösen. 75 Kilogramm Nutzlast hören sich gut an und in der Tat ist das auch sehr viel – es reicht für vier paar Stiefel und Ski. Doch zu dem Inhalt addieren sich noch das Gewicht der Box – etwa 20 Kilogramm – und des Querträgers mit etwa 5 Kilogramm. Und das alles darf die Dachlast des Fahrzeugs nicht überschreiten.

Doch 100 Kilogramm und mehr bieten nur wenige Autos. Beim VW Sharan liegt der Wert bei 100 kg, doch 70 Kilogramm sind auch keine Seltenheit. Die vier besten Boxen lassen sich beidseitig öffnen, das ist eigentlich unverzichtbar. Das Ladegut sollte in der Box mit Spanngurten gesichert werden. Beim Crashtest versagte eine Box, obwohl die Aufprallgeschwindigkeit nur 30 km/h betrug. Alle Boxen öffneten sich, doch bei den meisten hielten die Gurte die Skier zurück. Einem schweren Unfall auf Autobahn oder Landstraße dürften aber auch die besseren Boxen nicht standhalten. Während der Fahrt sollte man etwa 1,5 Liter Mehrverbrauch einkalkulieren.

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Nachteile von Dachboxen

Eine Dachbox ist eine bekannte Möglichkeit, mehr Gepäck mit dem Auto zu transportieren. Sie hat aber auch Nachteile – einer ist die Größe. Außerhalb der Ferienzeit muss die Box untergestellt werden. Wenn sie keinen Keller oder keine Garage dafür haben, bleibt nur eine Leihbox.

Das andere ist die Höhe. Denn die Box baut oben auf dem Wagen auf. Bei einer Limousine oder einem Kombi ist das noch unproblematisch, aber bei einem SUV oder einem Hochdachkombi wie dem Berlingo oder gar einem Bus nicht. Problem Nummer eins: Sie können mit der Box meist nicht mehr in Tiefgaragen fahren. In vielen Ländern werden auch Parkplätze unter freiem Himmel mit Toren versehen, um Wohnmobilen den Eintritt zu verwehren. Auch dort kommen sie nicht durch. Problem Nummer zwei: Sie sind nicht groß genug für ihre Box. Je höher der Wagen ist, umso schwerer wird es, die Box auf dem Dach zum Montieren. Aber auch das Ein- und Auspacken wird zur Herausforderung. Tipp: Es gibt Trittstufen, die man an die Türen hängen kann.

Der Auf- und Abbau einer Box ist keine Kleinigkeit. Unserer Meinung nach lässt er sich nur von zwei kräftigen Erwachsenen bewerkstelligen. Kratzer vermeidet man, indem man die kritischen Stellen auf dem Dach mit Handtüchern abdeckt. Wenn Ihr Fahrzeug hoch ist und eine Anhängerkupplung besitzt, sollte Sie sich eine Heckbox wie die Thule BackSpace XT ansehen. Sie wird hinter das Fahrzeug auf der Kupplung montiert. An- und Aufbau sind ungleich leichter, die Box ist auch weit zugänglicher. Es geht allerdings weniger hinein, die meisten Ski dürften zu lang sein.

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