Langzeit-Investition: Kostenvergleich von Gasheizung, Pelletheizung und Wärmepumpe

Wer jetzt oder in den nächsten Jahren seine Heizung tauschen muss, sollte bei seiner Wahl die Entwicklung der Heizkosten in den kommenden 20 Jahren beachten.

Mehr als jede zweite verkaufte Heizung im letzten Jahr war eine Gasheizung (60 Prozent). Auf Platz 2 bei der Beliebtheit landet die Wärmepumpe (27 Prozent), gefolgt von der Ölheizung (9 Prozent). Und das, obwohl das Ende der Gasheizung 2045 quasi bekannt ist (detaillierte Informationen, welche Gas-Systeme noch verwendet werden können, gibt es hier). Gründe, sich dennoch für dieses Heizsystem zu entscheiden, waren bei vielen Verbrauchern unter anderem die vergleichsweise günstigen Anschaffungskosten. Auf lange Sicht gesehen, zählt die Gasheizung jedoch mit zu den teuersten Heizmethoden, wie eine neue Studie des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) aufdeckt.

Heizsysteme im Langzeit-Check

Wichtig ist, so die Autoren der Studie, die Kosten über den gesamten Lebenszyklus der Heizung zu betrachten und nicht lediglich die Anschaffungs- und die aktuellen Heizkosten. Sie untersuchten daher verschiedene Heizsysteme im Langzeit-Check in ihrem Energiewendeprojekt Ariadne und publizierten nun die Ergebnisse.

Für ihre Untersuchung rechneten die Forscher mit einem Zeitraum von 20 Jahren. Die unterschiedlichen Heizsysteme wurden in bestehenden Wohngebäuden betrieben. Und auch die zukünftigen Energieträgerpreise sowie die zu erwartende Entwicklung des CO2-Abschlags spielten bei der Untersuchung eine wichtige Rolle. Das Ergebnis: Nur zwei Heizsysteme sind wirklich zukunftssicher und günstig.

Ergebnis: Diese Heizungen sind auch in Zukunft günstiger

Bei dem Projekt kam heraus, dass Wärmepumpen in Einfamilienhäusern am umweltfreundlichsten, aber auch besonders wirtschaftlich sind. Vor allem in Kombination mit einer Photovoltaikanlage sei das Heizsystem die günstigste Heizmethode – vor allem im Langzeitvergleich.

Eine weitere günstige und zukunftssichere Heiztechnik ist laut Fraunhofer-Institut die Fernwärme – insbesondere in Mehrfamilienhäusern.

Sowohl die Wärmepumpe als auch die Fernwärme seien bei der Wärmeversorgung „kostengünstiger als eine erneuerte Gasheizung.“ Selbst dann, wenn die Heizung in einem un- oder teilsanierten Altbau getauscht wird. Und das „trotz höherer Verbrauchs- und Investitionskosten im Vergleich zu energetisch sanierten Altbauten.“

Anmerkung: Bei einer Heizungsanlage wird von einer durchschnittlichen Lebensdauer von 20 Jahren ausgegangen.

Welche Heizsysteme wurden miteinander verglichen?

Für ihre Untersuchung bezogen die Wissenschaftler die Anschaffungskosten (Kauf und Installation) sowie die zukünftigen Betriebskosten für

  • Gas-Brennwertkessel (betrieben sowohl mit Erdgas, Biogas als auch Wasserstoff),
  • Erdwärmepumpen,
  • Luft-Wärmepumpen (mit und ohne Unterstützung durch eine Photovoltaikanlage),
  • Pelletheizung und
  • Fernwärme.

Die Analyse wurde sowohl für ein Einfamilienhaus als auch für ein Mehrfamilienhaus – jeweils mit unterschiedlichen Energieeffizienzstandards in Gebäuden – durchgeführt.

Die Ergebnisse im Einzelnen

Auf den Quadratmeterpreis gerechnet, ist die Wasserstoffheizung die teuerste Heiztechnik, gefolgt vom Pelletkessel.

Besonders deutlich werden die Ergebnisse im 20-Jahres-Vergleich: Insgesamt fielen bei der Wasserstoffheizung 1.014 Euro/Quadratmeter an, bei dem Pelletkessel 816 Euro/Quadratmeter und der Biogas-Heizung etwa 806 Euro/Quadratmeter. Im Gegensatz dazu ist Fernwärme mit 618 Euro/Quadratmeter Langzeitkosten sowie die Wärmepumpe mit PV-Anlage mit 614 Euro/Quadratmeter Langzeitkosten deutlich günstiger.

Fazit

Wer die finanziellen Möglichkeiten hat, sollte laut ISE-Studie beim Heizungstausch zu einer Wärmepumpe mit PV-Anlage oder das Nah- und Fernwärmenetz setzen.

Langzeit-Investition: Kostenvergleich von Gasheizung, Pelletheizung und Wärmepumpe