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Auf Ressourcenknappheit und Territorialkonflikte: Pro-ukrainische Einheiten kämpfen wohl in Belgorod und Kursk

Pro-Ukraine-Kämpfer dringen in russische Dörfer ein


Aktualisiert am 12.03.2024 – 09:56 UhrLesedauer: 3 Min.

Russische Freiheitslegion: Aufnahmen zeigen Gefechte der pro-ukrainischen Kämpfer auf russischem Gebiet. (Quelle: t-online)




Russische Kämpfer verschiedener pro-ukrainischer Truppen haben offenbar eine gemeinsame Operation gestartet. Es überqueren wohl auch Panzer die Grenze nach Russland.

Am Dienstagmorgen haben Kämpfer der Freiheitslegion Russlands, des Russischen Freiwilligenkorps und des Sibirischen Bataillons offenbar eine gemeinsame Operation gestartet. Die pro-ukrainischen Truppen sollen in die russischen Grenzregionen Belgorod und Kursk eingedrungen sein. Es soll laut Militärbloggern zu schweren Kämpfen kommen. Die Berichte lassen sich aktuell nicht unabhängig bestätigen.

Von der Operation berichtet auch Ilja Ponomarjow, ehemaliger Abgeordneter der Staatsduma und Gegner des Regimes von Wladimir Putin. Ponomarjow zufolge sollen die Kämpfer die Kontrolle über das Grenzdorf Losowaja Rudka übernommen haben. In der Region Kursk soll es ebenfalls Gefechte geben. Zudem wurde in der Stadt Belgorod offenbar Luftalarm ausgelöst.

Die Miliz „Freiheit für Russland“ erklärte im Online-Dienst Telegram, ihre Kämpfer hätten in der Ortschaft Tjotkino in der Region Kursk ein gepanzertes russisches Militärfahrzeug zerstört. Der Gouverneur von Kursk bestätigte den Angriff und meldete einen Leichtverletzten, bestritt aber jeglichen „Durchbruch“ der Angreifer.

„Wir kommen, um euch von Armut und Diktatur zu befreien“

Die Kämpfer der Freiheitslegion Russlands kündigten unter anderen auf der Plattform X an, „zu den russischen Präsidentschaftswahlen zu gehen“. Am Dienstagmorgen posteten sie ein Video: „Guten Morgen von der russisch-ukrainischen Grenze.“ Sie seien russische Staatsbürger und als jene hätten sie das Recht, ihren Willen auszudrücken. „Und unser Wille ist es, einen blutigen Diktator nicht als russischen Präsidenten anzuerkennen.“ Putin selbst solle in das Straflager „Polarwolf“, in dem der Kremlkritiker Alexej Nawalny gestorben ist.

Aufnahmen, die die „Freiheitslegion“ auf russischem Gebiet und erste Feuergefechte zeigen sollen, sehen Sie im Video oben oder direkt hier.

„Wir kommen, um euch von Armut und Diktatur zu befreien“, sagt die Legion im Video. „Wir werden alles dafür tun, unseren Traum zu verwirklichen.“

Das Sibirische Bataillon veröffentlichte auf Telegram ein Video mit einer Mitteilung. Die Kämpfer sagen, dass es nicht möglich sei, „das verbrecherische diktatorische Regime in der Russischen Föderation friedlich zu stürzen“. In der Mitteilung heißt es weiter: „Es kann nur mit der Waffe in der Hand beseitigt werden.“ In der Nacht zu Dienstag habe man deshalb damit begonnen, „dieses Versprechen einzulösen“. Die Kämpfer riefen dazu auf, sich ihnen anzuschließen.

Ukrainischer Geheimdienst bestätigt „Aktivitäten“ der autonomen Einheiten

Andriy Jusow, Sprecher der Hauptdirektion für Nachrichtendienste des ukrainischen Verteidigungsministeriums, sagte gegenüber dem Medium „Liga“, dass die Kämpfer wahrscheinlich gemeinsame „Aktivitäten“ durchführen werden. Sie operierten jedoch als unabhängige Einheiten.

„Auf dem Territorium der Russischen Föderation arbeiten diese Strukturen autonom, und die russischen Bürger, die ihnen angehören, befinden sich letztlich in ihrem Heimatland“, sagte Yusov.

Videos von Kampfpanzern auf ukrainischem Gebiet

In sozialen Medien tauchen vermehrt Videos auf, die auch Panzer mit Flaggen der Europäischen Union zeigen, die sich auf russischem Gebiet befinden sollen. Die Legion sagte, dass sie mit Panzern die Grenze überquert habe, berichtet Liga.

Offenbar ist der Grund für den Zeitpunkt der militärischen Operation, dass der Kreml auch in den besetzten Gebieten in der Ukraine Wahlen abhalten will. Diese sollen von 15. bis 17. März stattfinden. Am 17. März wird in Russland gewählt. Die Präsidentschaftswahlen gelten als Scheinwahlen. Der Ausgang, dass Wladimir Putin erneut zum Präsident ernannt wird, gilt als wahrscheinlich.

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine vor zwei Jahren haben pro-ukrainische Milizen bereits mehrfach Militäraktionen auf russischem Territorium gestartet. Besonders die „Legion Freiheit Russlands“ macht immer wieder mit Videobotschaften auf sich aufmerksam, in denen sie die Kremlführung scharf kritisiert. Mehr zu dem Freiwilligenkorps lesen Sie hier.

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