Kleine Kratzer, große Schäden: Die Gefahr von Mikrofasertüchern auf Oberflächen

Werden bestimmte Oberflächen nach und nach immer stumpfer, obwohl Sie sie nur mit Wasser und einem Mikrofasertuch reinigen? Das ist kein Zufall. Denn die Lappen können irreparable Schäden anrichten.

Das Wichtigste im Überblick


Mikrofasertücher sind als Putzutensil sehr beliebt, da sie Schmutz sowohl im trockenen als auch im nassen Zustand gut aufnehmen, sich leicht reinigen lassen, robust und zudem günstig sind. Doch genau hierbei liegt das Problem. Denn günstige Mikrofasertücher sind oft eher schlecht als gut.

Woraus sind Mikrofasertücher?

Mikrofasertücher bestehen nicht aus einzelnen Fasern, sondern oftmals aus Polyester oder Polyamid, das zu Multifilament-Garn verarbeitet wurde. Das Garn ist nur halb so dick wie das aus Baumwolle – etwa fünf Mikrometer, daher auch der Name. Aus den Fäden werden eng- und feinmaschige Stoffteile gestrickt oder gewebt. Einige Mikrofasertücher bestehen auch aus einzelnen, miteinander verbundenen Fasern. Sie sind hochwertiger, unter anderem da die Zwischenräume zwischen den einzelnen Fasern kleiner sind und größere Schmutzpartikel somit nicht hängen bleiben können.

Zerkratzen Mikrofasertücher Oberflächen?

Nicht alle Oberflächen sollten mit Mikrofasertüchern gereinigt werden, da sie abrasiv beziehungsweise schleifend wirken. Besonders über Materialien mit einem geringen Härtegrad sollten Sie nicht wischen. Hierzu zählen unter anderem weiche Kunststoffoberflächen, Brillen mit Kunststoffgläsern, mit Klarlack versehene Oberflächen/Hochglanzfronten, Spiegel, sowie Oberflächen aus Edelmetall wie Silber oder Kupfer. Durch den hohen Härtegrad des Lappenmaterials entstehen beim Reiben auf empfindlichen oder weichen Oberflächen Mikro-Schleifspuren. Das führt zu Kratzern und irreparablen Schäden. Die Folge: Das Material wirkt stumpf. Schmutzpartikel, die in dem Tuch hängen bleiben, können den Abriebeffekt sogar noch erhöhen. Bei Holzoberflächen, die geölt sind, entfernen die Tücher das Öl und somit die Schutzschicht.

Feuchte Mikrofasertücher sind weniger abrasiv als trockene.

Reinigung und Pflege: Wofür eignen sich Mikrofasertücher?

Mikrofasertücher sind ideale Putzutensilien, da sie sowohl wasserlöslichen als auch fetthaltigen Schmutz gut aufnehmen und festhalten. Zudem benötigen Sie keine zusätzlichen Reinigungsmittel. Sie eignen sich sowohl zum Staubwischen als auch zum Säubern von Böden und Keramikoberflächen. Auch zum Fensterputzen sind die Lappen geeignet.

Bei hartnäckigen Flecken können Sie die Tücher mit einem Gemisch aus Alkohol und Wasser oder Reinigungsbenzin tränken. Wringen Sie die Lappen anschließend aus, sodass sie nur noch nebelfeucht sind. Anschließend sollten Sie die Tücher dann im 60-Grad-Programm der Waschmaschine reinigen.

Da sie eine hohe Aufnahmefähigkeit haben, können Sie Mikrofasertücher als günstigen Ersatz für Küchenpapier nutzen: Flecken durch Essen und Getränke werden von dem trockenen Material aufgenommen und festgehalten.

Auch zur Gesichtsreinigung eignen sich Mikrofasertücher. Wie auch auf anderen Oberflächen bleiben Schmutz, (wasserfeste) Schminkreste sowie Hautschuppen und Talgreste in den Zwischenräumen des Lappens hängen. Und das sogar pH-neutral. Für die Reinigung reicht es aus, mit dem nebelfeuchten Tuch in kreisenden Bewegungen sanft über die Haut zu wischen. Make-up-Entferner wird nicht benötigt.

Mikrofasertücher nehmen Fett auf – auch das von der Haut. Für Menschen mit empfindlicher Haut ist die Gesichtsreinigung mit den Lappen daher nicht geeignet. Achten Sie zusätzlich auf eine ausreichende Pflege nach der Reinigung.

Wie kann man Mikrofasertücher waschen?

Mikrofasertücher können Sie in der Waschmaschine bei 40 Grad reinigen. Sind sie stark verschmutzt oder putzen Sie damit das WC, sollten Sie sie im 60-Grad-Waschprogramm waschen. Kochwäsche vertragen sie oft nicht gut, da sie aus Kunststoff bestehen und sich dadurch ihre Struktur verändern kann.

Verwenden Sie beim Reinigen der Tücher nur eine geringe Menge an Waschmittel. Teilweise reicht auch das Auswaschen mit etwas Gallseife per Hand aus. Weichspüler ist tabu. Er verklebt das Garn sowie die Zwischenräume, in denen der Schmutz hängen bleibt. Dadurch verlieren die Tücher nach und nach ihre Reinigungswirkung. Zudem werden sie weniger wasserdampfdurchlässig. Achten Sie am besten auf den Reinigungshinweis des Herstellers.

Kleine Kratzer, große Schäden: Die Gefahr von Mikrofasertüchern auf Oberflächen