So motzen Sie Ihr Fahrrad auf

Mit einer Zahnkranzbürste lässt sich der Dreck gut entfernen. Foto: Christoph Bayer/pd-f/dpa-tmn. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa/tmn) – Ein Frühjahrsputz tut auch dem Fahrrad gut. Fahrräder sind in dieser Hinsicht pflegeleicht. Ein Eimer Wasser mit Spülmittel, ein weicher Schwamm und eine Bürste genügen, um Rahmen, Felgen und Speichen vom Dreck zu befreien.

„Es gibt auch Spezialmittelchen für teures Geld, aber Spüli reicht“, sagt Stephan Behrendt vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC).

Grundreinigung offenbart Verschleiß und Schäden

Die Kette befreit man am besten mit einem Handtuch von alter Schmiere, gleiches gilt im Falle von Kettenschaltungen für die Zahnkränze und die Kettenblätter. Anschließend werden die Antriebskomponenten neu geölt oder gefettet. Flugrost an Metallteilen lässt sich gut mit Pflegepolituren behandeln.

Die Reinigung ist fürs Fahrrad zum einen lebensverlängernde Pflege und macht zum anderen Schäden und Verschleiß oft erst sichtbar, wie Behrendt erklärt. Ist etwa der Verschleißindikator an der Felgenflanke nicht mehr sichtbar, müsse man das Laufrad wechseln. Abgenutzte Bremsbeläge gehören ebenfalls getauscht.

Wenn man schon einmal dabei ist, Teile am Rad auszuwechseln, kann man es gleich leichter und effizienter machen – oder komfortabler. Und sicherere Komponenten nachrüsten.

Das Rad komfortabler machen

Komfortabel sollte jedes Rad sein. Selbst auf einer Rennmaschine, die sich ansonsten bretthart fährt, muss die Sitzposition stimmen. Vielleicht gibt es Optimierungsbedarf beim Sattel? Da hilft Ausprobieren, denn das Sitzpolster muss individuell passen. Komfortsteigernd ist eine gefederte Sattelstütze.

Von der Nachrüstung einer Federgabel am Vorderrad wird allgemein abgeraten. Zwar könne man sie prinzipiell montieren, doch dadurch verändere sich aufgrund der größeren Einbauhöhe die Rahmengeometrie. „Wenn das Bike nicht dafür gemacht ist, dann ergibt das wenig Sinn“, sagt Dirk Sexauer vom Branchenverband Verbund Service und Fahrrad (VSF). Ohnehin ließen sich Fahrerschütterungen etwa durch Kopfsteinpflaster oft besser durch breite Reifen dämpfen als durch mittelklassige Federgabeln.

Auch Griffe beeinflussen das Fahrgefühl. Es gibt Modelle mit ergonomisch geformten Auflageflächen und Lenkerhörnchen, die das Fahren am Berg oder im Wiegetritt bequemer machen.

Das Fahrrad sicherer machen

Wer schon dabei ist, verschlissene Laufräder zu wechseln, kann über einen Nabendynamo nachdenken. Gegenüber Stecklichtern ist dies komfortabler, weil Scheinwerfer und Rücklicht immer leuchten, sobald das Rad rotiert.

Auch die Pannensicherheit kann optimiert werden: Von einschlägigen Herstellern werden Mäntel als „unplattbar“ beworben. Spezielle und vor allem dicker aufgetragene Gummimischungen sowie Schutzeinlagen sollen es richten.

Das Fahrrad schneller machen

Eine der besten Möglichkeiten, mehr Effizienz zu erzielen, sei es, alle möglichen Anbauteile leichter zu machen, so Sexauer. Wer zum Beispiel einen schweren winkelverstellbaren Vorbau für die Verbindung von Lenker und Gabel hat, könne sich ein leichteres Teil mit passendem Winkel besorgen.

Andere Teile können je nach Gusto ersatzlos gestrichen werden: Kann der Gepäckträger weg? Ist der Ständer überflüssig? Oder die Halterung fürs Schloss? Auch schwere Federelemente empfinden vor allem sportliche Stadtradler womöglich nur als Ballast.

Ist Effizienzsteigerung beim Treten das Thema, sind Klickpedale eine Option. Sie sorgen für den bekannten runden Tritt, da man nicht nur drückt, sondern auch zieht.

Und dann gibt es noch einen einfachen, kostenlosen Trick: Weil der Luftdruck im Fahrradschlauch mit der Zeit nachlässt, sind viele Radler mit zu geringem Luftdruck unterwegs, sagt ADFC-Experte Behrendt. Wer dann einmal aufpumpt, verringert den Rollwiderstand, schont das Material, verbessert die Fahreigenschaften und die Effizienz spürbar – und das, ohne einen einzigen Cent dafür auszugeben.

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