Wahl-Sensation in der Schweiz: Mehrheit stimmt für Einführung der 13. Monatsrente

In der Schweiz wurde bei einer Volksabstimmung eine 13. Rentenzahlung pro Jahr beschlossen, was als Sensation gilt, da dies die erste erfolgreiche linke Volksinitiative zum Sozialausbau in der Geschichte des Landes war. Die Initiative der Gewerkschaften erhielt 58,2 Prozent der Stimmen und wurde von der Regierung und dem Parlament abgelehnt. Die höhere Rentenzahlung wird durch erhöhte Beiträge im Arbeitsleben für die Rentenkasse finanziert und führt zu einer 8,3-prozentigen Erhöhung der Jahresrente. Obwohl die Lebenshaltungskosten in der Schweiz deutlich höher sind als in Deutschland, erhalten Arbeitende und Rentner keine Zuschüsse zu Krankenkassenbeiträgen. Die hohe Wahlbeteiligung von 57,6 Prozent zeigt das Interesse der Bürger an den Volksabstimmungen, bei denen auch weitere regionale und lokale Anliegen behandelt wurden.

Linke Volksinitiative „Sensation“ in der Schweiz – Mehrheit stimmt für 13. Monatsrente

Die Schweizer haben bei einer Volksabstimmung eine 13. Rentenzahlung pro Jahr durchgesetzt. Die Initiative der Gewerkschaften wurde mit 58,2 Prozent der Stimmen angenommen, wie das Endergebnis am Sonntag zeigte. Der Moderator des Schweizer Fernsehens sprach von einer Sensation, weil noch nie seit Einführung des Initiativrechts vor mehr als 130 Jahren eine linke Volksinitiative zum Sozialausbau erfolgreich war.

Die Situation in der Schweiz

Die Regierung und das konservativ dominierte Parlament hatten die Initiative als zu teuer abgelehnt. Die Gewerkschaften schlagen vor, höhere Beiträge im Arbeitsleben für die Rentenkasse zu erheben. Damit erhöht sich die Jahresrente aus der staatlichen Rentenkasse AHV um 8,3 Prozent. 2021 lag die durchschnittliche monatliche Gesamtrente in der Schweiz laut Bundesamt für Statistik für Männer bei rund 4400 Franken (knapp 4600 Euro), für Frauen bei rund 3000 Franken.

Die Gesamtjahresrente ist im Vergleich zu Deutschland hoch. Aber in der Schweiz sind auch die Lebenshaltungskosten deutlich höher, nach Schätzungen mindestens 50 Prozent. Es gibt zum Beispiel weder für Arbeitende noch für Rentner Zuschüsse zu Krankenkassenbeiträgen und keine „Krankenkasse der Rentner“. Einige andere Länder haben bereits mehr als zwölf Rentenzahlungen im Jahr, darunter Liechtenstein, Polen oder Österreich, nicht aber Deutschland.

Wahlbeteiligung und Auswirkungen

Die Initiative fand auch Zustimmung in 15 der 26 Kantone. Eine Mehrheit der Kantone ist bei einer Volksinitiative nötig, sonst scheitern sie, selbst bei insgesamt mehr als 50 Prozent Wählerzustimmung. Acht Kantone stimmten gegen die 13. Rentenzahlung, darunter etwa Appenzell Innerrhoden mit 68 Prozent Nein-Stimmen. Sechs kleine Kantone haben nur eine halbe Stimme. Die Wahlbeteiligung lag ungewöhnlich hoch bei 57,6 Prozent. Es gibt meist vier Volksabstimmungen im Jahr, oft stimmt nur rund die Hälfte der Stimmbürger ab.

Eine zweite Volksinitiative zur weiteren Erhöhung des Rentenalters über 65 hinaus ist deutlich mit 74,7 Prozent der Stimmen abgelehnt worden. Zu den beiden landesweiten Vorlagen kamen zahlreiche regionale und lokale Anliegen vor das Volk.

Fazit

Die Schweizer haben gezeigt, dass sie für eine bessere soziale Absicherung und höhere Renten bereit sind, einen höheren Beitrag zu leisten. Die Annahme der 13. Rentenzahlung ist ein historischer Schritt und ein deutliches Zeichen für die Solidarität und den Zusammenhalt in der Schweizer Gesellschaft. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Entscheidung langfristig auf das Rentensystem und die wirtschaftliche Entwicklung des Landes auswirken wird.

Quelle: Ausland

Wahl-Sensation in der Schweiz: Mehrheit stimmt für Einführung der 13. Monatsrente