7.000 Arbeitsplätze: Tesla will Gigafactory bei Berlin bauen

Elon Musk bei der Preisverleihung zum Goldenen Lenkrad (Bild: Autobild: Screenshot: Golem.de

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Elon Musk ist immer für eine Überraschung gut: Bei der Verleihung des Goldenen Lenkrads am Dienstag in Berlin sagte der Tesla-Chef, dass die erste europäische Gigafactory des US-Elektroautoherstellers in der Region Berlin in der Nähe des Großflughafens BER entstehen solle. Laut einem Bericht des Tagesspiegels sollen dort Elektroautos und Batterien produziert und 7.000 Jobs geschaffen werden. Der mögliche Standort sei ein Gelände in Grünheide in der Nähe der Stadt Erkner, einige Kilometer vom Flughafen entfernt. Wie hoch die Investitionssumme sei, teilte Tesla bisher noch nicht mit, es dürfte jedoch ein Milliardenbetrag sein.

Die Gigafactory 4 soll dem Bericht nach so groß werden wie die Factory 3 in Schanghai, wo eine Anfangskapazität von 150.000 Fahrzeugen jährlich geplant ist. Außerdem soll in Berlin ein Designzentrum gebaut werden. Wo dies entstehen soll, ist bisher noch nicht bekannt.

Wie der Tagesspiegel weiter berichtet, wurde das Projekt im Geheimen mit dem brandenburgischen Wirtschaftsministerium seit Monaten vorangetrieben.

Brandenburg als Überraschungssieger

Bei der Vorstellung der Quartalszahlen Ende Oktober kündigte Tesla an, dass sich die Auswahl des europäischen Produktionsstandortes „in der Endphase“ befinde. Die Produktion solle 2021 starten. Zwischenzeitlich war Niedersachsen als möglicher Standort gehandelt worden. Brandenburg schaffte es laut Tagesspiegel erst unter die 30 Bewerber, dann in die Zehner-Shortlist und erhielt nun den Zuschlag.

In den vergangenen Jahren hatte Musk mehrfach Investitionen in einen europäischen Produktionsstandort angekündigt. Bislang gibt es nur im niederländischen Tilburg ein Montagewerk für das Model S und das Model X. Im Juni 2018 deutete Musk zudem an, dass Deutschland als Standort für eine Giga-Fabrik in Frage komme. Tesla will das Model 3 und das Model Y in Europa produzieren.

Die Bundesregierung will die finanzielle Förderung der Elektromobilität weiter ausbauen und die Kaufprämie für vollelektrische Autos unter einem Listenpreis von 40.000 Euro auf 6.000 Euro anheben. Für Plugin-Hybride im gleichen Preissegment ist eine Förderung von 4.500 Euro geplant. Für Autos mit einem Kaufpreis zwischen 40.000 und 65.000 Euro soll der Bonus auf 5.000 beziehungsweise für Plugin-Hybride auf 4.000 Euro steigen.

Von diesen Förderungen würde auch Tesla mit dem Model 3 profitieren. Mit Teslas Investition in Deutschland steigt der Druck auf die deutschen Autobauer, ihre Pläne für die Elektromobilität in die Tat umzusetzen und zusammen mit anderen Akteuren für eine tragfähige Infrastruktur zu sorgen, damit die Fahrzeuge auch praxisnah betrieben werden können.

Nachtrag vom 12. November 2019, 23:40 Uhr

Musk, der vor kurzem eigentlich eine Twitter-Pause ankündigte, twitterte am Dienstag zunächst „GIGA BERLIN“, bevor er meldete: „Werden Batterien, Antriebe und Fahrzeuge bauen, beginnend mit dem Model Y.“ Tesla hatte im Oktober mitgeteilt, dass die in Schanghai gesammelten Erfahrungen auch beim Aufbau der Produktionslinien für das geplante Model Y in den USA genutzt werden sollten. Der Produktionsaufbau beim Model Y verlaufe schneller als geplant. Die ersten Exemplare des Crossover-SUV sollen im Sommer 2020 hergestellt werden.

Nachtrag vom 13. November 2019, 8:55 Uhr

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) begrüßte am Mittwoch die Entscheidung des Unternehmens. Diese sei „ein weiterer Beweis für die Attraktivität des Automobilstandortes Deutschland“. Zugleich sei dies „ein Meilenstein beim Ausbau von Elektromobilität und Batteriekompetenz“. Altmaier hatte vor einem Jahr von der deutschen Autoindustrie ein Elektroauto gefordert, das nur „halb so sexy“ wie ein Tesla Model 3 ist.

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