Angela Merkel: „Sie ziehen mit, wie wir es gehofft haben“

Kanzlerin Angela Merkel meldet sich aus der häuslichen Quarantäne ©photocosmos1/Shutterstock

Bundeskanzlerin Angela Merkel (65) sendet aus der häuslichen Quarantäne per Audio-Podcast einen herzlichen Dank an alle, die die Einschränkungen im Kampf gegen das Coronavirus mittragen.

„Ich grüße also einmal alle, die jetzt Wohnen und Homeoffice verbinden“, sagt Merkel. Man sei nicht krank und bleibe trotzdem zuhause, um sicher zu sein, dass man das Virus nicht doch in sich trage. Und natürlich um andere vor jeder potenziellen Gefahr einer Ansteckung zu schützen. Auch wenn es nicht einfach sei, könne man von zu Hause doch viel schaffen, macht sie Mut. Man könne per Telefon- und Videokonferenzen sogar lange Verhandlungen führen, „wie ich das über sechs Stunden im Europäischen Rat getan habe“, erzählt sie aus ihrem Arbeitsalltag vom heimischen Schreibtisch aus.

Lob und Dank an die „mitziehenden“ Bürger

Dann fasst die Kanzlerin die aktuelle Situation noch mal zusammen: „Am letzten Sonntag haben der Bund und die Länder sich auf weitreichende Leitlinien geeinigt. Die neuen Regeln haben das öffentliche Leben für jeden spürbar in wenigen Tagen auf ein Minimum heruntergefahren. Wir haben dabei an Sie appelliert, an Ihre Vernunft und Ihr Herz“, so Merkel.

Dann holt sie zu einem großen Lob aus: „Wenn ich heute sehe, wie fast alle ihr Verhalten völlig umgestellt haben, wie die große Mehrheit von Ihnen wirklich jeden unnötigen Kontakt vermeidet, eben weil er auch ein Ansteckungsrisiko enthalten kann, dann möchte ich einfach sagen: Danke, von ganzem Herzen danke. Sie ziehen mit, wie wir es gehofft haben, weil Sie wissen, worum es geht. Weil Sie wissen, dass wir nur gemeinsam unser Land durch eine Zeit der Prüfung steuern können, wie sie sich niemand hätte vorstellen können“, sagt Merkel.

Das Ziel und die Bitte

Angela Merkel erinnert zudem noch mal an das übergeordnete, gemeinsame Ziel: „Das Virus verlangsamen“. Ansteckungen seien nicht gänzlich zu verhindern, weiß sie, aber „weniger neue Ansteckungen pro Tag, eine weniger schnelle Ausbreitung – das können und das müssen wir auch in der nächsten Zeit schaffen“. Denn es könne jeden treffen: „Im höheren Alter mit größerer Wahrscheinlichkeit, aber auch weit unter 60 Jahren gibt es fürchterliche Verläufe dieser Krankheit“, sagt sie.

„Halten Sie sich weiter streng an diese Regeln“, lautet daher ihre eindringliche Bitte. „Verzichten Sie weitest möglich auf Kontakte außerhalb des Kreises der Menschen, mit denen Sie zusammenwohnen. Und wenn Sie außer Haus unterwegs sind, halten Sie Abstand – mindesten eineinhalb, besser zwei Meter“, fasst Merkel die Social-Distancing-Regeln noch mal zusammen.

Wie lange noch?

Wie lange soll das noch so gehen? Merkel versteht die Ungeduld und die Sorgen, wie sie sagt. „So schnell wie noch nie und mit so viel Geld wie noch nie“, habe die Politik in dieser Woche Maßnahmen ergriffen, die „Sicherheit und Halt geben sollen“ für Betriebe, Konzerne, Mieter, Eltern und Krankenhäuser. „Wir mobilisieren, was wir können, um unserem ganzen Land in dieser unsicheren Zeit Sicherheit zu geben“, so Merkel.

Aber: Niemand könne heute mit gutem Gewissen sagen, er wisse, wie lange diese schwere Zeit anhalte. „Ich muss Sie bitten: Seien Sie geduldig.“ Noch verhindere die Zahl der täglichen Neuinfektionen eine Lockerung der Regeln. Wenn sich der Zeitraum der „Verdoppelung der Neuinfektionen auf um die zehn Tage“ gesenkt habe, werde das Gesundheitssystem nicht überfordert. Heute verdoppele sich die Zahl „etwa alle fünfeinhalb Tage“. Am Anfang sei es „alle zwei Tage“ gewesen, was sie daher als „schon ein Fortschritt“ bezeichnet.

Da der Mensch nun mal auf Kontakt und Nähe eingestellt sei, freue auch sie sich wieder darauf“, so Merkel im Hinblick auf ein Ende der Corona-Krise. Die Kanzlerin befindet sich seit vergangenem Wochenende in Quarantäne, nachdem sie Kontakt zu einem infizierten Arzt hatte. Zwei bisher durchgeführte Tests seien bei ihr indes negativ ausgefallen.

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