Auf Druck des FBI: Apple verzichtet auf verschlüsseltes iCloud-Backup

Angeblich gibt Apple den Plan schon vor einem Jahr auf. Zuvor soll Apple das FBI über das Vorhaben informiert haben. Ein nicht genannter Apple-Mitarbeiter sieht einen Zusammenhang zwischen dem Verzicht auf eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und der Kritik des FBI.

Apple soll auf Druck des FBI Pläne für eine Funktion zur vollständigen Verschlüsselung von iPhone-Backups auf iCloud aufgegeben haben. Das berichtet die Agentur Reuters unter Berufung auf sechs mit der Angelegenheit vertraute Quellen. Die US-Bundespolizei soll argumentiert haben, dass die Verschlüsselung ihre Ermittlungen erschweren wird.

Verschlüsselung (Bild: Shutterstock)Vor rund zwei Jahren soll Apple demnach das FBI über das Vorhaben informiert haben. Eine optionale Ende-zu-Ende-Verschlüsselung hätte es Nutzern erlaubt, eine Datensicherung eines iPhone nicht nur per iTunes zu verschlüsseln, sondern auch per iCloud. Als Folge wäre Apple nicht mehr in der Lage gewesen, auf seinem Cloud-Speicher abgelegte Daten an Behörden zu übergeben.

Schon ein Jahr später habe Apple den Plan wieder aufgegeben, sagte dem Bericht zufolge ein Mitarbeiter von Apples Rechtsabteilung. „Aus Gründen, die Sie sich vorstellen können“, wird er zitiert.

Apple schreibt sich schon seit Jahren den Schutz der Privatsphäre seiner Nutzer groß auf die Fahne. So wird das Unternehmen beispielsweise nicht müde zu betonen, dass es im Gegensatz zur Konkurrenz – gemeint ist hier Google – Hardware und Services verkauft, und nicht die Daten von Nutzern zu Werbezwecken. Ein starker Schutz der Privatsphäre steht laut CEO Tim Cook auch bei Diensten wie Apple Pay im Vordergrund.

Auf der anderen Seite schließt Verschlüsselung Ermittler aus den Smartphones von Apple-Kunden aus, die eigentlich eine Quelle vielfältiger persönlichen Informationen sind, die wiederum entscheidend für Strafermittlungen sein können. Derzeit kann Apple in solchen Situationen eigentlich immer nur mit einem iCloud-Backup aushelfen, dass bei iPhones als Datensicherungslösung voreingestellt ist.

Der Terroranschlag in San Bernardino im Jahr 2015 löste sogar einen Rechtsstreit zwischen US-Justizministerium und Apple um die Frage aus, ob Hersteller mobiler Geräte verpflichtet werden können, Hintertüren in die Verschlüsselung einzubauen. Während das FBI solche Hintertüren forderte, lehnte Apple sie mit den Hinweis ab, dass sie Verschlüsselung grundsätzlich schwächten und damit auch generell Hackerangriffe und Spionage begünstigten. Noch vor einem Urteil zog die US-Justiz jedoch ihre Klage zurück, nachdem es dem FBI gelungen war, mithilfe eines Drittanbieters das fragliche iPhone zu knacken.

Seit Kurzem schwelt nun ein neuer Streit zwischen den beiden Parteien. Dem FBI liegen gleich zwei iPhones eines saudi-arabischen Terrorverdächtigen vor, der drei Menschen getötet haben soll. Das US-Justizministerium ging zuletzt sogar soweit und behauptete, Apple leiste trotz vorliegender Gerichtsbeschlüsse keine entscheidende Hilfe in dem Fall. Der iPhone-Hersteller wies den Vorwurf zurück betonte, er habe den Behörden bereits mehrere Gigabyte Daten übergeben, unter anderem aus iPhone-Backups. Eine Hintertür zur Verschlüsselung seiner Geräte lehnte er indes erneut ab.

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