Auf Mallorca geht es jetzt heiß her: 39 Grad am Ballermann


Im „Ballermännle“ an der Platja de Palma gibt es schwäbische Spezialitäten, es ist 14 Uhr und das rote Blinkeschild über dem Tabakgeschäft zeigt 39 Grad. Seit Tagen schiebt sich eine Hitzewelle über Mallorca, alles klebt, auch das Gehirn, und so erinnert man sich gerade noch, dass neben dem „Ballermännle“ das Lokal „Bon Vent“ liegt. Ein nettes mallorquinisches Strandcafé – nahezu das einzige mit einheimischen Gerichten in dieser Zone zwischen Flughafen und Schinkenstraße.

Hier gibt es „Pa amb oli“ und „Llonguets“. Letztere sehen aus wie kurz geratene Baguettes, aber das sollte man nicht sagen, da es sich um eine Art inseltypisches Spezialbrot handelt, dessen Herstellung sehr besonders ist.

Die Rückbesinnung auf die mallorquinische und katalanische Kultur hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Nicht nur politisch. Auch im Selbstverständnis der Inselbewohner, die jeden Sommer aufs Neue erleben, wie sich mit den ankommenden Touristen die Zahl der Menschen in ihrem Lebensraum verdoppelt.

Erst abends geht es richtig los

Längst wird der Beginn oder das Ende der Saison eigentlich nur noch in den Partyhallen von S’Arenal gefeiert. Denn in Wahrheit ist immer Saison. Mit leichten Unterschieden. Noch ist es ruhig, sogar am Hauptstrand von Palma. Fein gesäuberter Sand, bereitgelegt wie ein frisches Handtuch vor dem blauen Meer, ein paar bunte Sonnenschirme – ein Anblick, der mit jedem Reisebürokatalogfoto standhielte.

„Die Leute sind klüger geworden, sie knallen sich nicht mehr am ersten Tag in die Sonne“, sagt Günther, der aus dem Rheinland kommt und nach eigener Auskunft „viel Mallorca-Erfahrung“ hat. „Die sind alle noch am Pool. Kommen erst abends raus.“ Günther weiß auch, dass die Kontrollen in diesem Jahr „richtig durchgezogen“ werden. Er meint die Bußgelder, mit denen unangemessenes Verhalten – auf der Straße saufen, wild pinkeln, übers Balkongeländer klettern, illegale Sachen kaufen – stärker bestraft werden sollen. „Gestern war an der Schinkenstraße schon überall Polizei.“

Verstärkte Polizei-Präsenz

Seit dem 1. Juli sind auf Mallorca 264 Sonderkräfte der Policía Nacional und Guardia Civil stationiert: Es ist die jährliche Sicherheitsbrigade zur Verstärkung der üblichen Einsatzkräfte, mit der sich die Insel auf ihre Gäste vorbereitet. Natürlich kommt nicht jeder bloß zum Trinken und Feiern. Aber immer noch viele. In Palma sagen sie: „Solange noch kein Besoffener vom Balkon gefallen ist, hat der Sommer noch nicht richtig angefangen.“ Zynisch – aber leider auch wahr.

Mallorca steht vor vielen Veränderungen und einem Dilemma: Die Insel lebt vom Tourismus – und doch fühlt es sich oft so an, als würde sie daran ersticken. Wie sich dieser Konflikt lösen lässt, davon möchten wir in den kommenden Wochen für den stern berichten.

Ab dem 11. Juli werden wir außerdem mit unserem „mobilen stern-Büro“ auf der Insel unterwegs sein. Wenn Sie gerade auf Mallorca Urlaub machen, schauen Sie vorbei! Wir freuen uns auf die Gespräche mit Ihnen. Die genauen Standorte finden Sie vorab hier und unter #sternmallorca.

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