Börsengewitter bei Wirecard – com! professional



Der in den Dax aufgestiegene Zahlungsdienstleister kommt nicht zur Ruhe. Nach Kursschwankungen und Berichten über Marktmanipulation gibt es nun die ersten Sammelklagen von Anlegern in den USA.

Der Aschheimer Payment-Dienstleister Wirecard steckt in turbulenten Zeiten. Nach einem rasanten Börsenaufstieg muss sich der Konzern derzeit mit Manipulationsvorwürfen auseinandersetzen.

In den vergangenen Tagen glich der Verlauf des Börsenkurses einer Achterbahnfahrt. Die Münchner Staatsanwaltschaft und die Bafin haben sich eingeschaltet – und nun gibt es auch noch Sammelklagen in den USA. Ein Überblick:

Das Unternehmen

Wirecard ist ein deutscher Zahlungsdienstleister mit Sitz im bayerischen Aschheim bei München. Der Konzern ist spezialisiert auf die Abwicklung von elektronischem Zahlungsverkehr und hat in den vergangenen Jahren vor allem vom Boom bei Online-Bezahlungen profitiert. Im September war das Unternehmen nach rasantem Wachstum in den Dax aufgenommen worden und hatte dort die Commerzbank ersetzt.

Das ist passiert

Die „Financial Times“ hat in den vergangenen Tagen und Wochen mehrere Berichte veröffentlicht mit dem Vorwurf von Kontomanipulationen und Dokumentfälschungen gegen einen Wirecard-Mitarbeiter. Darin werden dem Unternehmen Scheinumsätze mit verschobenen Geldern vorgeworfen. Wirecard dementiert, dass Regelverstöße festgestellt wurden. Doch die Aktie schwankte in den darauffolgenden Tagen extrem, auch am Mittwoch fiel sie erneut unter die Marke von 100 Euro.

Derart große Kursschwankungen sind bei Dax-Unternehmen sehr ungewöhnlich. Deshalb prüft die Finanzaufsicht Bafin derzeit, ob es sich um eine gezielte Attacke von Spekulanten handelte. Auch die Staatsanwaltschaft München ermittelt inzwischen wegen Marktmanipulation gegen unbekannt. Die Ermittler haben keinen Anfangsverdacht auf Manipulationen durch die Konzernspitze. Wegen angeblicher Verstöße gegen Wertpapiergesetze wurden aber bereits erste Sammelklagen in den USA eingereicht.

Fakt ist, dass immer wieder in größerem Stil mit sogenannten Leerverkäufen gegen das Unternehmen spekuliert wird.

Die Leerverkäufe

Leerverkäufer sind Spekulanten, die mit fallenden Kursen Geld verdienen. Derzeit sind beim Bundesanzeiger zwei Hedgefonds gemeldet, die mit größerem Einsatz auf Kursverluste der Wirecard-Aktie setzen: die US-Investoren Slate Path Capital sowie Odey Asset Management. Allein Slate Path hält Leerverkaufspositionen in Höhe von 1,50 Prozent des Wirecard-Aktienkapitals.



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