Coronavirus: Mann sagt im Flieger, er käme aus China und fühle sich nicht gut – der Scherz geht schief

Um 10 Uhr morgens startete ein Flugzeug der Airline WestJet am Montag von Toronto in Richtung Montego Bay. Etwa auf halber Strecke stand einer der 243 Passagiere auf und bat um Aufmerksamkeit. Es war der Kanadier James Potok, 28, aus Vaughan, Ontario, der sich selbst einen aufkommenden Künstler nennt. Er wollte an Bord ein Video drehen, das viral gehen sollte, er wollte Aufmerksamkeit. Das hat er nun geschafft, allerdings nicht mit einem Video, sondern mit der Geschichte über seine unglaubliche Dummheit. Die kanadische „City News“ hat ihn interviewt und lässt ihn selbst beschreiben, was sich zugetragen hat.

„Etwa auf der Hälfte des Fluges bin ich aufgestanden und nahm meine Videokamera heraus“, erzählt Potok. „Ich wollte es [das Video, Anm. d. Red.] auf Instagram veröffentlichen und an 6ixbuzz [eine Unterhaltungs- und Hip-Hop-Musik-Medienplattform mit Sitz in Toronto, Anm. d. Red.] schicken, damit es viral geht. Ich sah mich um und sagte: ‚Darf ich um Ihre Aufmerksamkeit bitten?“ Und dann sagte ich Wort für Wort: ‚Ich bin gerade aus der Provinz Hunan zurückgekommen, der Hauptstadt des Coronavirus … ich fühle mich nicht besonders gut. Danke.“ Niemand lachte – und 15 Minuten später trug die gesamte Besatzung Atemschutzmasken, stattete auch ihn mit einer aus und gab ihm zusätzlich Handschuhe, die er anlegen musste.

Die Maschine kehrte um

Nicht nur, dass der Coronavirus zuerst in Wuhan, der Hauptstadt der chinesischen Provinz Hubei, ausgebrochen ist und nicht in Hunan, auch sonst verlief der „Streich“ ganz anders, als Potok sich das vorgestellt hatte. Das begriff er allmählich, als die Maschine umkehrte und der ein oder andere Passagier sich beschwerte und ihn ausbuhte. Potok hatte anfangs noch argumentiert: „Es wäre etwas anderes, wenn ich gesagte hätte: ‚Hey Leute, ich trage eine Bombe am Körper … ich habe eine Waffe dabei.‘ Die Leute haben es verzerrt dargestellt. Für mich war es einfach ein Witz.“ Später allerdings erklärte er: „Meine Ignoranz tut mir sehr, sehr leid, und dass ich nicht begriffen habe, dass es eine Epidemie ist, dass die Leute das Wort hören und es als Bedrohung empfinden.“ Gleichzeitig wiederholte Potok mehrmals, er habe nie gesagt, er hätte den Virus.

Flugbegleiter eskaliert bei Sicherheitseinweisung

Potok sagt, er flöge vier oder fünf Mal im Jahr nach Jamaika und sei auf dem Weg gewesen, ein Musikvideo zu drehen. Er hätte schon häufiger an Bord Ansprachen an die Passagiere gerichtet, aber niemand hätte darauf reagiert. „Ich dachte, das würde eine Reaktion auslösen, ich habe nicht erwartet, dass es illegal ist oder man verhaftet wird.“ Nach der Landung in Toroanto war Potok medizinisch untersucht worden und galt als symptomfrei. Er wurde festgenommen und hat am 9. März einen Gerichtstermin.

Die Fluggesellschaft entschuldigte sich bei den betroffenen Passagieren, die Crew sei dem Protokoll für Infektionskrankheiten an Bord gefolgt. Zwei Flüge mussten durch den Vorfall am Montag ausfallen. WestJet setzte Dienstag einen zusätzlichen Flieger nach und von Montego Bay an. „Im Rückblick war das wahrscheinlich nicht so eine tolle Sache“, resümiert Potok seine Aktion.

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