Coronavirus: Was Reisende jetzt wissen sollten

Gestrandete Deutsche: Außenminister Heiko Maas hatte zuletzt Unterstützungsmaßnahmen für Urlauber im Ausland angekündigt. (Quelle: Reuters)
Mittlerweile hat die Corona-Krise heftige Auswirkungen auf den Tourismus: Das Auswärtige Amt plant jetzt eine Rückholaktion für Urlauber und gibt eine weltweite Reisewarnung heraus. Was bedeutet das für Reisende?

Zahlreiche Länder schließen wegen des sich ausbreitenden Coronavirus ihre Grenzen, Reiseunternehmen stellen ihren Betrieb ein, auch die Bundesregierung rät von Reisen ab. Nun hat das Auswärtige Amt eine Rückholaktion für Urlauber ausgerufen und eine weltweite Reisewarnung herausgegeben.

Die Bundesregierung hat ihre Rückholaktion für Deutsche im Ausland bis jetzt auf insgesamt neun Länder ausgeweitet. Aus Ägypten, Marokko, Tunesien, Argentinien, Costa Rica, der Dominikanischen Republik, Peru und den Philippinen werden nun mit den vom Auswärtigen Amt gecharterten Maschinen vor allem Touristen ausgeflogen, die wegen der Corona-Krise festsitzen.

Auch die Reiseveranstalter und die Lufthansa fliegen weiterhin auf eigene Faust jeden Tag mehrere Tausend Urlauber aus. Es ist die größte Rückholaktion in der Geschichte der Bundesrepublik mit insgesamt wahrscheinlich mehr als 100.000 Passagieren. Alleine am Mittwoch waren es 7.500.

Was beinhaltet die weltweite Reisewarnung?

Das Auswärtige Amt warnt offiziell vor „nicht notwendigen, touristischen Reisen in das Ausland“. Es sei mit „starken und weiter zunehmenden drastischen Einschränkungen im internationalen Luft- und Reiseverkehr“ zu rechnen. Hinzu kommen die weltweiten Einreisebeschränkungen, Quarantänemaßnahmen und die Einschränkung des öffentlichen Lebens in vielen Ländern. „Das Risiko, dass Sie Ihre Rückreise aufgrund der zunehmenden Einschränkungen nicht mehr antreten können, ist in vielen Destinationen derzeit hoch“, warnt das Auswärtige Amt.

Wer trotzdem reisen will, sollte beachten, dass viele Länder Einreisesperren oder Sonderkontrollen für bestimmte Personengruppen oder Flüge aus bestimmten Regionen erlassen haben. Hiervon sind teilweise auch Reisende aus Deutschland betroffen. Deshalb sollten Sie sich in jedem Fall vor Reiseantritt informieren. Zudem sollten Sie sich in die Krisenvorsorgeliste eintragen.

Was bedeutet die weltweite Reisewarnung für Urlauber?

Durch die weltweite Reisewarnung soll das gesamte Reiseverhalten der Deutschen zum Stillstand gebracht werden, um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. „Das komplette Erliegen der Reiseaktivitäten durch die weltweite Reisewarnung stellt Staat, Wirtschaft und Verbraucher vor weitere Herausforderungen“, erklärt Klaus Müller vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). „Unabhängig von der jeweiligen Rechtslage und egal, ob es um eine Pauschal- oder individuell gebuchte Reise geht, müssen Verbraucherinnen und Verbraucher die Möglichkeit zur transparenten und kulanten Umbuchung haben.“ Auch Gutscheine seien eine gute Alternative. „Wenn die Bundesregierung Reiseanbietern Staatshilfen anbietet, muss zu den Bedingungen gehören, dass betroffenen Verbrauchern eine kulante Regelung angeboten wird.“

Wie funktioniert die Rückholaktion des Auswärtigen Amtes?

In den vergangenen Tagen hatten zahlreiche Länder wegen des Coronavirus Grenzen dicht gemacht und Flugverbindungen gekappt. Deutsche Reisende sind besonders stark von den Einschränkungen betroffen.

Deshalb bietet die Bundesregierung allen Deutschen, die dadurch im Ausland festsitzen, eine Rückkehr an. Hierfür hat die Bundesregierung bis zu 50 Millionen Euro bereitgestellt.

Zunächst werden Deutsche aus besonders betroffenen Ländern zurückgeholt. Das sind insbesondere:

  • Marokko,
  • die Dominikanische Republik,
  • Ägypten,
  • die Malediven,
  • die Philippinen
  • Marokko
  • Tunesien

Wer auf die Rückholaktion angewiesen ist, soll sich zunächst beim Auswärtigen Amt und dann bei seinem Reiseveranstalter oder seiner Airline informieren. Durch einen Eintrag in der Krisenvorsorgeliste sind Sie registriert und das Auswärtige Amt bekommt einen Überblick darüber, wer in welchem Land ist. Auch Veranstalter und Reedereien schicken Flugzeuge, um ihre Kunden nach Hause zu bringen.

Was rät das Auswärtige Amt Reisenden?

Das Auswärtige Amt hat im Zuge seiner Reisewarnung eine Reihe von Tipps für Reisende zusammengestellt:

  • Überprüfen Sie kritisch, ob Ihre geplante Reise ins Ausland derzeit wirklich notwendig ist oder nicht verschoben werden kann.
  • Treten Sie vorerst keine Reise zu touristischen Zwecken in das Ausland mehr an.
  • Bemühen Sie sich aufgrund wegfallender Flugverbindungen um eine schnellstmögliche Rückreise nach Deutschland.
  • Überprüfen Sie Ihren Reisekrankenversicherungsschutz und erweitern Sie Ihren Versicherungsschutz um eine Rückholung.
  • Registrieren Sie sich unbedingt in der Krisenvorsorgeliste und halten Sie Ihre Kontaktdaten aktuell.
  • Erkundigen Sie sich vor Reiseantritt bei der Vertretung Ihres Reiseziels nach aktuellen Einreise- und möglichen Quarantänebestimmungen und Einreisesperren bei bestimmten Voraufenthalten.
  • Lassen Sie sich vor Buchung einer größeren Reise auch ärztlich beraten, insbesondere wenn Sie Vorerkrankungen haben oder bereits älter sind.
  • Achten Sie auf einen ausreichenden Vorrat an notwendigen Medikamenten auch für den Fall eines verlängerten Aufenthalts im Ausland.
  • Bereiten Sie sich auf möglicherweise zusätzliche Kosten bei einem verlängerten Aufenthalt vor.

Was gilt für Einreisen nach Deutschland aus besonders betroffenen Ländern?

Wer sich in einem Risikogebiet aufgehalten hat, also beispielsweise Urlaub in Italien oder Tirol gemacht hat, der sollte erst einmal Kontakt zu anderen Menschen meiden. Sie sollten sich dann mit dem zuständigen Gesundheitsamt in Verbindung setzen, die Mitarbeiter dort werden Ihnen sagen, was zu tun ist. Zeigen Sie bereits Symptome oder benötigen ärztliche Hilfe, sollten Sie Ihren Arzt anrufen und ihn darauf hinweisen, dass Sie aus einem Risikogebiet kommen.

Als Risikogebiete gelten mittlerweile:

  • Italien,
  • Iran,
  • in China die Provinz Hubei inklusive der Stadt Wuhan,
  • in Südkorea die Provinz Gyeongsangbuk-do (Nord-Gyeongsang),
  • in Frankreich die Region Grand Est (diese Region enthält Elsass, Lothringen und Champagne-Ardenne),
  • in Österreich das Bundesland Tirol,
  • in Spanien die Hauptstadt Madrid und
  • ​in den USA die Bundesstaaten Kalifornien, Washington und New York.

Wichtige Informationen für Reisende im Ausland

Alle Informationen zum Rückholprogramm und weiteren Hilfsmöglichkeiten finden Sie unter www.rueckholprogramm.de und auf der Sonderseite des Auswärtigen Amtes.

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