Die Filmpreis-Gala hat gezeigt, warum es keine Frauenquote braucht


TV-Kolumne „Deutscher Filmpreis“ : Die Filmpreis-Gala hat gezeigt, warum es keine Frauenquote braucht

Danke, Danke, Danke. Das sind die Lieblingsworte bei Auszeichnungen, so auch beim „Deutschen Filmpreis“. Die Gala der „Lolas“ ist ein Abend des Aufrufs: Hape Kerkeling mahnt an, unserer Gesellschaft fehle es an Respekt. Und eine Frau beweist mit ihrem Schaffen, warum sie ein Vorbild für alle Frauen ist.

Nein, vom Storytelling redet hier zum Glück keiner. Man spricht ganz altmodisch in Deutsch davon, wie wichtig und schön es sei, Geschichten zu erzählen. Geschichten im Kino, sie erzählen vom Leben in der DDR, vom Leben eines schwulen, dicken Jungen und von Mördern.

Der DDR-Liedermacher räumt richtig ab

Spät, bis kurz vor zwei Uhr, strahlt das ZDF den „Deutschen Filmpreis“ aus, die Strahlkraft von Preisverleihungen im deutschen Fernsehen ist recht schwach in Netflix-Zeiten. Wer schaut das eigentlich noch? Und wer geht eigentlich noch ins Kino? Immerhin 3,6 Millionen Menschen haben „Der Junge muss an die frische Luft“ geschaut, die Geschichte eines schwulen, dicken Jungen. Er verkleidet sich gerne, er bringt andere zum Lachen mit seinem Ruhrpott-Witz. Er lacht die Depression der Mutter weg, vergebens. Die Geschichte über Hape Kerkelings Kindheit hat die Menschen berührt. Doch ein anderer Film räumt richtig ab. „Gundermann“, das Kino über den gleichnamigen DDR-Liedermacher, war in zehn Kategorien nominiert und holt die Goldene Lola und weitere Auszeichnungen.

Der Blutdackel und der Teddy

Danke, Danke, Danke. Das hören wir an diesem Abend dauernd. Die Menschen, denen gedankt wird: Kollegen, Freunde, Familie. Ach, ja, an dieser Stelle vielen Dank an Christoph Maria Herbst für die wirklich lustige Laudatio auf den „Blutdackel“, den Produzenten Christian Becker, scharf wie ein Bluthund und niedlich eben wie ein Dackel. Andere Lobesreden gerieten dagegen eher peinlich. So wie auch manche Texte des Moderators Tedros „Teddy“ Teclebrhan. Da war Schauspieler und Gastmoderator Edin Hasanović im vergangenen Jahr dann doch ein anderes Kaliber.

Deutschland heute: Es fehlt an Respekt, der Ton ist rau

Neben Smokings, gelegentlich vom Verleih, Lolas und Freudentränen gibt es auch Gesellschaftskritisches. Hape Kerkeling hat ausgemacht, „dass es der Gesellschaft an Respekt fehlt“. Ein anderer mahnt den „rauen Ton“ an.

Warum es besser ist, keine Frauenquote zu haben

„Ehrenpreis“-Trägerin Margarethe von Trotta zeigt, wieso es besser keine Frauenquote braucht. Sondern am besten Vorbilder wie sie. „Du musst das aushalten“, sagt sie, das habe man ihr geraten. Sie meint den stürmischen Beifall. „Wie viele hören schon auf, bevor sie es überhaupt versucht haben“, lautet ihr Fazit über das eigene Filmschaffen als Schauspielerin und Regisseurin. Margarethe von Trotta hat es in einer Männerwelt versucht und nie aufgehört. Es ist der schönste und berührendste Moment an diesem Abend, dieser Frau zuzuhören. Das ist besser als jede Quote.

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soctv



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