Diese spannenden Reiseziele hat Deutschland zu bieten

Urlaub in Deutschland: Für Liebhaber der Blütenpracht ist der Frühling die perfekte Reisezeit. (Quelle: Dominik Ketz/Bildarchiv Südliche Weinstrasse e.V./dpa/tmn)
Von der Blütenpracht bis zu Biikefeuern: Auch abseits von bekannten Reisezielen gibt es in Deutschland einiges zu entdecken. Die bevorzugte Jahreszeit spielt bei der Wahl des Urlaubs eine Rolle.

Am Ende fahren viele Urlauber zwar im Sommer doch wieder an die See und im Winter in die Berge. Deutschland bietet aber noch eine Menge mehr.

Einige Regionen sind zu bestimmten Jahreszeiten besonders reizvoll: Wann zeigen sich wilde Flamingos im Münsterland? Wo präsentiert sich der winterliche Nachthimmel dunkler als anderswo? Und warum nicht mal Badeurlaub in einem alten Tagebaugebiet machen? Eine Deutschlandtour im Jahreszyklus führt zu Reiseklassikern und an eher unbekannte Orte.

Reiseziele für den Frühling

Es treibt nun überall, aber in mancher Region besonders schön. Für Liebhaber der Blütenpracht ist der Frühling die perfekte Reisezeit – zum Beispiel für einen Besuch in der Pfalz. Hier taucht die Mandelblüte eine ganze Landschaft in zartes Rosa, verspricht die zuständige Tourismusagentur. Im März und April öffnen sich die Knospen, in dieser Zeit steigen auch die Pfälzer Mandelwochen.

In der Eifel wiederum zeigen sich meist im April Millionen wilder Narzissen. Nahe Monschau, einer kleinen Stadt südlich von Aachen, führt die Narzissenroute mitten durch dieses Naturschauspiel.

Knoblauchduft und rosa Vögel

Nicht ganz so zart kommt die Bärlauchblüte daher. Der Wald im Nationalpark Hainich bei Eisenach werde in dieser Zeit mit einem feinen Knoblauchduft erfüllt, wie es auf der Webseite des Parks heißt. Das Zeitfenster im Mai ist allerdings klein: Nach etwa zwei Wochen fallen die weißen Blüten in sich zusammen.

In Niedersachsens Mooren blüht ungefähr zwischen April und Juni das Wollgras. Besonders gut lässt sich das zum Beispiel bei einem Spaziergang im Pietzmoor im Süden der Lüneburger Heide beobachten.

Rosa, aber nicht blumig geht es im Münsterland zu: Im Zwillbrocker Venn lassen sich während der Brutzeit im April und Mai bis zu 50 wilde Flamingos beobachten. Die Kolonie der rosa Vögel ist zugleich Namensgeber einer 450 Kilometer langen Radtour, der Flamingoroute. In vier Tagen geht auf einer Rundtour entlang von Mooren und Heiden durch die Grenzregion zwischen den Niederlanden und dem Münsterland.

Badeorte abseits der Küsten im Sommer

Zum Baden ans Meer? Natürlich locken Nord- und Ostsee mit weitläufigen Stränden und Seeluft. Doch auch weit abseits der Küsten warten Badeorte, zum Beispiel im Ländereck Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg. Alte Braunkohle-Tagebaugebiete wurden dort geflutet und in Seelandschaften umgewandelt. Allein rund um Leipzig liegen neun Badeseen.

Im Leipziger Vorort Markkleeberg findet man mit dem Kanupark eine hochmoderne Wildwasseranlage, in der Kanu-Profis trainieren. Mutige Touristen können sich in Schlauchbooten in die Fluten wagen. Dagegen bietet der Goitzschesee bei Bitterfeld-Wolfen in Sachsen-Anhalt zwei Wakeboard-Anlagen, für Anfänger und Fortgeschrittene. Auch die „Goitzsche“ ist eine sogenannte Bergbaufolgelandschaft.

Deutlich bekannter als Binnenbadeziel ist die Mecklenburgische Seenplatte mit ihrem Zentrum Waren an der Müritz. Nach Angaben des Landestourimusverbandes gibt es in der Region 200 Naturbadestellen.

Rund 3.000 Badeseen soll es in Brandenburg geben. Einem verhalf der Schriftsteller Theodor Fontane zur Berühmtheit: „Der Stechlin“ hieß sein letzter Roman, benannt nach dem Stechlinsee, der im Norden des Bundeslandes liegt und mit einer Sichttiefe von bis zu sieben Metern auch gut zum Tauchen geeignet ist. Wem nicht nach Baden ist, der dreht eine Wanderrunde um den See. Sie ist 14 Kilometer lang.

Eine Spur Island und eine Seilbahn über Weinreben

Eine Spur Island gibt es zwischen Rhein und Eifel zu finden. Nahe Andernach in Rheinland-Pfalz sprudelt etwa alle 100 Minuten ein großer Kaltwassergeysir und bringt Abkühlung an heißen Tagen.

Rund 80 Kilometer weiter flussaufwärts lockt eine Weinbergtour der besonderen Art: In Rüdesheim im Rheingau fährt eine Gondel den Berg hinauf. Von dort geht es zu Fuß weiter. Der Spaziergang mit Blick auf das Rheintal führt bis zur Niederwald-Bahn. Hier fährt ein Lift hinab nach Assmannshausen. Mit dem Schiff geht es zurück nach Rüdesheim.

Entspannung vom Großstadtgewühl

Wer im Sommer einen Kurztrip nach Hamburg macht und sich nach Abkühlung sehnt, kann den Elbstrand bei Övelgönne im Stadtteil Altona ansteuern – für ein Bad in der Elbe oder um einfach herumzuliegen und die Containerschiffe zu beobachten. In Berlin sorgt eine Radtour in den ruhigen Südwesten für Entschleunigung – etwa entlang der neuen Dahlem-Route vorbei an mondänen Villen und idyllischen Seen.

Wildnis gibt es im Schwarzwald. In Trekkingcamps können Wanderer zwischen den Bäumen ihre Zelte aufschlagen, eine Feuerstelle und eine Komposttoilette sind der einzige Komfort. Im Nordschwarzwald gibt es nach Angaben des baden-württembergischen Tourismusverbandes sechs dieser Camps, 2020 kommen nun vier am Albsteig im Schwarzwald dazu.

Farbenspiel der Wälder im Herbst

Der Blick auf die Saarschleife ist ohnehin atemberaubend. Zeigen sich die Blätter der Wälder entlang der Flussbiegung im Herbst aber in bunten Farben, ergibt das ein ganz spezielles Panorama – besonders am Morgen, wenn die Sonne aufgeht und Nebel von der Saar aufsteigt. So beschreibt es jedenfalls die Tourismuszentrale des Saarlands.

Generell kann nicht nur Kanada „Indian Summer“. Von den Talsperren der Eifel und des Bergischen Landes im Westen bis hin zum Buchenwald im brandenburgischen Grumsin im Osten regt das Farbenspiel der Natur viele Urlauber und Tagesausflügler zu langen Waldspaziergängen an.

Die Buchen in dem Brandenburger Unesco-Weltnaturerbe, das zum Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin gehört, sind bis zu 180 Jahre alt. Deren Blätter leuchten im Herbst orange. Im Nationalpark Jasmud auf Rügen, im Müritz-Nationalpark, im Nationalpark Hainich und im Nationalpark Kellerwald-Edersee in Hessen stehen ebenfalls alte Buchenwälder, die zum Weltnaturerbe zählen.

Toskanaflair, liebestolle Hirsche und Moorgrusel

Etwas Grusel verspricht eine herbstliche Wanderung durch den Nationalpark Bayerischer Wald, in den Moorgebieten und früheren Hochweiden zwischen den Gipfeln Großer Falkenstein und Großer Rachel. Früher verschwanden mitunter Menschen in dieser Gegend. Heute läuft man aber nicht mehr in Gefahr einzusinken: Lange Holzstege führen durch die sumpfigen Passagen.

Wer einen Rundumblick genießen möchte, erklimmt den Lusen. Rund um den Gipfel liegen unzählige Granitsteine. Bäumen wachsen hier nicht, so dass der Blick nach Bayern und Tschechien unverstellt ist.

Steht einem mehr der Sinn nach mediterranem Flair, ist vielleicht das Weinanbaugebiet Saale-Unstrut das Herbstziel der Wahl. Als „Toskana des Nordens“ preist es die Tourismusagentur Sachsen-Anhalts. Selbst ausgedacht habe man sich diese Umschreibung aber nicht – dies habe schon der Künstler Max Klinger vor mehr als 100 Jahren über die Gegend rund um Naumburg im äußersten Südosten Sachsen-Anhalts gesagt.

Ein Naturschauspiel der besonderen Art zeigt sich in Niedersachsens Wäldern. Man müsste es wohl eher Hörspiel nennen, glaubt man dem Tourismusmarketing des Landes. Gemeint ist die Brunftzeit der in den Wäldern lebenden Rothirsche. Die männlichen Tiere begeben sich von Anfang September bis Mitte Oktober auf die Suche nach paarungswilligen Hirschkühen. Mit Glück könne man das sehen, vor allem aber dem Spektakel lauschen, heißt es. Unter anderem im Naturpark Südheide gibt es Rotwildführungen.

Ruhige Auszeit oder Weihnachtswald im Winter

Die Nächte sind länger, die Tage kürzer – wer gerne in den Sternenhimmel guckt, muss den Winter also lieben. Nur sieht man gerade in Großstädten nicht so viele Sterne. Es ist dort einfach zu hell. Also ab nach Brandenburg. Der Naturpark Westhavelland, rund 80 Kilometer von Berlin entfernt, wirbt mit seiner Dunkelheit. Seit 2014 trägt die Region offiziell den Titel „Sternenpark“, verliehen von der International Dark-Sky Association, einer Gesellschaft, die nach eigenen Angaben gegen Lichtverschmutzung kämpft.

Das Kontrastprogramm zur ruhigen Auszeit im Dunklen sind zu dieser Zeit die Weihnachtsmärkte im ganzen Land. Dresden und Nürnberg zum Beispiel sind Klassiker, der Markt im niedersächsischen Goslar gilt mit seinem Weihnachtswald als besonders schön.

Weihnachtsmarkt im Weinkeller

In Bremen stehen die Buden direkt an der Weser – der „Schlachte-Zauber“ verspricht eine Mischung aus maritimem Flair, Mittelalter und Weihnachten. Im rheinland-pfälzischen Traben-Trarbach geht es beim Mosel-Wein-Nachts-Markt unter die Erde. Der Stadtkern wurde für die Weinlagerung großflächig unterkellert – in vier dieser Keller bieten Winzer, Künstler und Handwerker ihre Waren an.

Auch die Küsten haben in der kalten Jahreszeit ihren Reiz. An der Nordsee brennen im Februar an vielen Orten die Biikefeuer. Sonst ist es nun Zeit für lange Spaziergänge an vergleichsweise leeren Stränden – und für Wellness. Hartgesottene können auch baden gehen. Wer dabei gerne in Gesellschaft ist, hat über den Winter verteilt eine Menge Gelegenheiten dazu, vor allem in Mecklenburg-Vorpommern. So wird zum Beispiel in Prerow, Banzkow und Boltenhagen das neue Jahr am 1. Januar traditionell mit einem Eisbade-Event begrüßt.

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