Elektroauto-Kaufprämie: E.Go-Hersteller sieht seine Existenz bedroht

Der Aachener Elektroautohersteller e.Go Mobile befürchtet große Nachteile für sein Unternehmen durch die geplante Erhöhung der Elektroautokaufprämie auf 6.000 Euro. „Dann würde mein Vorteil, den ich bisher aufgrund der besonderen Konstruktion meiner Fahrzeuge habe, durch die Förderprämie relativiert“, sagte Schuh im Interview mit Golem.de. Da seine Firma nicht mehr den 50-prozentigen Eigenanteil der Prämie stemmen könne, würden die Preise der Konkurrenz dann „sehr nah“ an den des e.Go Life kommen. „Das könnte meine Einzigartigkeit und meine Existenz gefährden“, warnte der Professor. Daher fordert er eine Ausnahmeregelung für reine Elektroautohersteller wie e.Go Mobile oder Tesla.

Schuh verkauft den e.Go Life 60 derzeit für einen Listenpreis von 20.000 Euro vor Abzug der Kaufprämie von 4.000 Euro. Die kleinste Version ist sogar schon für 12.000 Euro nach Abzug der Prämie zu haben. Dabei ist der Firmengründer davon ausgegangen, dass die Prämie Mitte nächsten Jahres ausläuft. „Wir wären in einem klaren Vorteil, wenn es von Mitte nächsten Jahres an keine Prämie mehr gäbe, weil wir unser Auto genau dafür konstruiert haben“, sagt Schuh. Dann wäre die teuerste e.Go-Variante etwa 10.000 Euro günstiger als Modelle wie der VW ID.3 oder der Opel Corsa.

Durch die Prämie würden diese Modelle nur noch 24.000 Euro kosten, allerdings mit doppelter Reichweite und mehr Komfort. Schuh kann sich nach eigenen Angaben aber den 50-prozentigen Eigenanteil in Höhe von 3.000 Euro nicht leisten. „Wird die geplante Umweltprämie wie geplant kommen, müsste ich mein Auto verteuern“, sagte der e.Go-Chef. Damit würde der e.Go Life 60 vor Abzug der Kaufprämie 23.000 Euro kosten. Ohne Eigenanteil des Herstellers würde auch der Staat nicht die 3.000 Euro beisteuern. „Das ist für mich ein Nachteil, den der Gesetzgeber bitte mit einer Ausnahmeregelung für die reinen Elektroautohersteller korrigieren sollte“, fordert Schuh.

Das heißt, Hersteller wie Tesla oder e.Go Mobile sollen beim Verkauf in Deutschland auch dann den Zuschuss erhalten, wenn sie selbst keinen Eigenanteil leisten. Schuh könnte sein Elektroauto damit weiterhin für 20.000 Euro anbieten. Auf den Endpreis nach Abzug der Prämie, der dann bei 17.000 Euro läge, hätte das jedoch keine Auswirkungen.

Dennoch sieht Schuh in der geplanten Regelung eine Wettbewerbsverzerrung. „Derjenige, der keine Substanz zum Quersubventionieren hat, ist eigentlich benachteiligt“, sagt Schuh. Es wäre schade, wenn man nun „versehentlich dieses Pflänzchen durch eine berechtigte Unterstützung einer Markteingewöhnungsphase an die Seite drücken würde“. Die Kritik, dass die Umweltprämie vor allem Besserverdienenden nützt, die sich ein teures Elektroauto leisten können, kann er gut nachvollziehen.

E.Go Mobile kämpft weiterhin damit, die geplanten Produktions- und Auslieferungsziele zu erreichen. „Wir liefern seit fünf Wochen aus, aber noch zaghaft, weil immer noch irgendein Stück in der Zulieferkette nicht richtig funktioniert“, sagte Schuh und fügte hinzu: „Wir schaffen bis Ende des Jahres 500 bis 600 ausgelieferte Autos und ich möchte 5.000 bis 6.000 mindestens im nächsten Jahr schaffen“, sagte Schuh. Derzeit gebe es jede Woche 40 bis 50 Probefahrten von Vorbestellern, die ihre Kaufoption dann in feste Bestellungen umwandelten.

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