Elektromobilität: Der Oberleitungs-Lkw startet in Hessen


Angebügelt: Anfang Dezember ist erstmals ein Lkw auf einer deutschen Autobahn mit Strom aus der Oberleitung gefahren. Das Projekt Elektrifizierter, innovativer Schwerverkehr auf Autobahnen (Elisa) in Hessen geht damit in Betrieb. In den kommenden drei Jahren soll das System getestet werden, ob es sich im Alltagsbetrieb bewährt und ob sich damit tatsächlich Emissionen in dem Maße einsparen lassen, wie Forscher das vorausberechnet haben.

Laut einer Studie, die das Freiburger Institut zusammen mit der Hochschule Heilbronn, dem Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO sowie dem Beratungsunternehmen Intraplan Lastwagen erstellt, soll im Jahr 2025 ein Oberleitungs-Lkw (O-Lkw) 25 Prozent weniger Kohlendioxid ausstoßen als ein Lkw mit Dieselmotor. Dabei haben die Forscher in Betracht gezogen, dass Dieselantriebe bis dahin deutlich effizienter sein werden als heute. Doch ob das tatsächlich so ist, lässt sich nur in einem Praxistest klären. Die Bundesregierung hat deshalb drei Pilotprojekte in Auftrag gegeben: Elisa bei Frankfurt noch eines in Schleswig-Holstein auf der A1 zwischen Reinfeld und Lübeck und in Baden-Württemberg auf der Bundesstraße 462 bei Rastatt nahe Karlsruhe.

Fünf Kilometer sind auf der Autobahn A5 zwischen den Anschlussstellen Langen/Mörfelden und Darmstadt/Weiterstadt in beiden Richtungen mit der Oberleitung versehen worden. Für die Oberleitungsdrähte wurden an der zehn Kilometer langen Strecke 229 Masten errichtet. Hinzu kommen zwei Gleichrichterunterwerke, die die Mittelspannung aus dem Energienetz in den Gleichstrom mit einer Spannung von 670 Volt für die Fahrzeuge wandeln. Die Anlage wird mit Strom aus erneuerbaren Quellen gespeist.

Gerade mal zwei Jahre habe es vom Projektstart bis zum ersten Anbügeln gedauert, erzählt Gerd Riegelhuth, Elisa-Projektleiter und Vizepräsident der Behörde Hessen Mobil, im Gespräch mit Golem.de. Es sei „ein ehrgeiziges Unterfangen“ gewesen, „das alles in zwei Jahren umzusetzen.“ Alles sei aber termingerecht abgeschlossen worden – was bei Großprojekten ja auch oft genug nicht der Fall ist.

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Zwei Fahrzeuge sind derzeit im Einsatz. Sie absolvieren noch Test- und Abnahmefahrten. Fürs Erste ist Riegelhuth zufrieden: „Das klappt alles so, wie wir uns das vorgestellt haben.“ Dass das System technisch funktioniert, ist auch anderswo schon gezeigt worden: auf der Teststrecke auf dem Flughafen in Groß Dölln bei Berlin, die Siemens vor einigen Jahren gebaut hat, in Los Angeles und auf einer Autobahn in Mittelschweden.

Doch diese Strecken unterscheiden sich von der in Hessen: Die E-Highways in Kalifornien und Schweden sind deutlich kürzer – 1,6 beziehungsweise 2 Kilometer. Hinzu kommt, dass die E16 zwar eine der Hauptverbindungen von Schweden in die norwegische Hauptstadt Oslo ist. Der Verkehr dort ist aber deutlich geringer in Hessen. Das achtspurig ausgebaute Teilstück der A5 gilt als eine der meistbefahrenen Straßen Deutschlands. Auf der Teststrecke sind die Lkw allein unterwegs.

Auf der A5 soll das Oberleitungssystem im fließenden Verkehr getestet werden.



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