Geschwindigkeitsüberschreitung: Bußgeld, Punkte & Fahrverbote

Ein Polizeibeamter bei einem Blitzermarathon in Nordrhein-Westfalen. Nach einer groben Geschwindigkeitsüberschreitung kann sogar ein Fahrverbot ausgesprochen werden. (Quelle: Jochen Tack/imago images)
Es hat geblitzt. Sie sind zu schnell gefahren. Gibt es jetzt ein saftiges Bußgeld oder rettet Sie der Toleranzabzug?

Bußgelder bei Geschwindigkeitsüberschreitungen

Wer mit dem Auto schneller unterwegs ist als erlaubt, dem drohen Punkte in Flensburg, ein Fahrverbot und ein Bußgeld. Die Höhe der Strafzahlung richtet sich auch danach, um wie viele km/h die Geschwindigkeitsbegrenzung überschritten wird. Als Grundlage für die Bestimmung des Bußgeldes dient die Straßenverkehrsordnung in Verbindung mit dem Bußgeldkatalog. Wie hoch die Strafe tatsächlich ausfällt, entscheidet jeweils die zuständige Behörde.

Geschwindigkeitsübertretung in Ortschaften

Wie hoch das Bußgeld nach einer Geschwindigkeitsübertretung in Ortschaften ausfällt, können Sie der nachfolgenden Tabelle entnehmen. Die Angaben gelten für Pkw und andere Kraftfahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht von bis zu 3,5 Tonnen.

Übertretung innerorts Bußgeld in Euro Punkte in Flensburg Monat(e) Fahrverbot
bis 10 km/h 15
11–15 km/h 25
16–20 km/h 35
21–25 km/h 80 1
26–30 km/h 100 1
31–40 km/h 160 2 1
41–50 km/h 200 2 1
51–60 km/h 280 2 2
61–70 km/h 480 2 3
über 70 km/h 680 2 3

Geschwindigkeitsübertretung außerorts

Wie hoch das Bußgeld außerorts ausfällt, entnehmen Sie der nächsten Tabelle.

Übertretung außerorts Bußgeld in Euro Punkte in Flensburg Monat(e) Fahrverbot
bis 10 km/h 10
11–15 km/h 20
16–20 km/h 30
21–25 km/h 70 1
26–30 km/h 80 1
31–40 km/h 120 1
41–50 km/h 160 2 1
51–60 km/h 240 2 1
61–70 km/h 440 2 2
über 70 km/h 600 2 3

Ausnahmefall: Höheres Bußgeld statt Fahrverbot

Wem wegen einer Geschwindigkeitsübertretung ein Fahrverbot droht, kann im Einzelfall mit einem erhöhten Bußgeld darum herumkommen. Darauf weist der ADAC hin. „Das ist ein absoluter Ausnahmefall, der gut begründet sein muss“, betont Jochen Oesterle vom ADAC.

Wenn Sie beispielsweise als Berufskraftfahrer auf Ihren Führerschein angewiesen sind, kann die drohende Kündigung des Arbeitgebers ein solcher Grund sein.

Echte Erfolgsaussichten hat die Rücknahme des Fahrverbots nur bei einmonatigen Fahrverboten. Bei mehrmonatigen Verboten sei allenfalls eine Verkürzung drin, erklärt Oesterle.

Info: Generell gilt die Möglichkeit nur für Bußgeldverstöße, nicht aber für Straftatbestände.

Wann sich Einspruch lohnt

Kontaktieren Sie einen Verkehrsrechtsanwalt, bevor Sie Einspruch einlegen, rät Oesterle. „Der kann einschätzen, ob die Argumente für die Rücknahme des Fahrverbots ausreichen.“

Suchen Sie sich einen Anwalt aus der Region. Wer in Sachsen wohnt, aber in Baden-Württemberg geblitzt wurde, sollte lieber einen Anwalt aus Baden-Württemberg suchen. „Der kennt die Verhältnisse dort besser“, sagt Oesterle.

Doch Vorsicht: Der Anwalt kostet Geld. Geregelt ist das nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz. Bei den schnell auflaufenden Verfahrenskosten ist es von Vorteil, wenn Sie eine Verkehrsrechtsschutzversicherung besitzen.

Gegen einen ausgestellten Bußgeldbescheid können Betroffene innerhalb von zwei Wochen Einspruch erheben. Sieht die Bußgeldbehörde keinen Grund, den Bescheid aufzuheben, kommt das Verfahren vor das Amtsgericht.

Welche Toleranz bei überhöhter Geschwindigkeit gilt

Die Polizei geht von möglichen Ungenauigkeiten bei der Geschwindigkeitsmessung aus. Deshalb wird bei Kontrollen immer eine Toleranz vom gemessenen Wert abgezogen.

Diese Toleranz gilt bei stationären Blitzern:

  • Bei Geschwindigkeiten bis einschließlich 100 km/h sind es 3 km/h
  • Bei Geschwindigkeiten über 100 km/h sind es 3 Prozent

Beispiel: Ist ein Fahrer in einer Tempo-30-Zone mit 43 km/h unterwegs und wird geblitzt, dann zieht die Polizei die Toleranz von 3 km/h ab. Der Fahrer war nach der Berechnung nur 10 km/h zu schnell.

Videonachfahrsysteme sind ungenauer und somit ist der Toleranzbereich größer.

Diese Toleranz gilt bei Videonachfahrsystemen:

  • Bei Geschwindigkeiten bis einschließlich 100 km/h sind es 5 km/h
  • Bei Geschwindigkeiten über 100 km/h sind es 5 Prozent

Geschwindigkeitsüberschreitung in der Probezeit

Fahranfänger müssen bei überhöhter Geschwindigkeit die gleichen Bußgelder zahlen wie erfahrene Fahrer.

Fährt ein Fahranfänger allerdings 21 km/h oder mehr zu schnell, dann begeht er einen sogenannten A-Verstoß. Die Probezeit kann dann um zwei Jahre verlängert und ein Aufbauseminar angeordnet werden.

A-Verstoß: Ein schwerwiegender Verkehrsverstoß, der Auswirkungen auf die Probezeit von Fahranfängern hat. 

Bei einem weiteren A-Verstoß erfolgt eine schriftliche Verwarnung. Außerdem wird dann eine verkehrspsychologische Beratung empfohlen.

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