Häufig fehlt ein Plan B für den Access-Ausfall



Ohne eine Backup-Strategie geht beim Ausfall von Internet und Telefon nichts mehr. Notfall-Lösungen von TK-Dienstleistern stellen bei Access-Problemen den Geschäftsbetrieb sicher.

Wie wichtig es ist, neben dem primären Internet- und Telefonanschluss noch ein Backup zu haben, das konnte Mirko Mach, Geschäftsführer der MPC Service GmbH in Heidelberg, vor Kurzem am eigenen Leib erfahren: Eine Leitung der Telekom war ausgefallen, woraufhin das Gewerbegebiet, in dem auch MPC Service seine Büroräume angemietet hat, fast eine Woche ohne Access war. Insgesamt funktionierten 700 Anschlüsse wegen des Ausfalls nicht.

„Betroffen war jede Leitung, die über eine Telekom-Doppelader lief – egal ob der Kunde bei der Telekom, Vodafone, QSC oder einem anderen Netzbetreiber den Vertrag abgeschlossen hatte“, erinnert sich Mach. Sein Unternehmen nutzt als Backup eine Koaxialleitung, das Backup lief laut Mach einwandfrei. Andere Firmen in dem Gebiet hatten allerdings kein Backup eingerichtet und konnten eine Woche lang nicht über das Festnetz telefonieren oder auf das Internet zugreifen.

Auch Thomas Oehring, CEO der FScon AG aus dem bayerischen Eichenau, weist alle ­seine Kunden auf die großen Gefahren eines ­Access-Ausfalls hin. „Vor fünf Jahren war es ein Problem, wenn einmal die Telefonanlage tot war – das spielt heute nur noch eine untergeordnete Rolle, Mitarbeiter greifen dann einfach auf ihr Handy zurück“, berichtet Oehring – und ergänzt: „Wenn heute aber das Internet ausfällt, dann ist oft das ganze Unternehmen lahmgelegt. Schließlich wandern immer mehr Anwendungen in die Cloud.“

Totale Funkstille

Allerdings ist im All-IP-Zeitalter auch das Telefon tot, wenn die Datenleitung ausfällt. Um den Voice-Betrieb dennoch aufrechtzuerhalten, gibt es mehrere Möglichkeiten: Unternehmen können etwa beim Netzbetreiber anrufen und da­rum bitten, dass eingehende Anrufe auf einer Mobilfunknummer oder einer anderen noch funktionierenden Festnetznummer landen. Unter diesem Anschluss können dann Anrufe entgegengenommen werden. Ausgehende Gespräche können die Mitarbeiter, wie schon erwähnt, über das Mobilfunknetz tätigen.

„Bei kleineren Unternehmen kann dies gut ausreichen, bei größeren Firmen ist das aber völlig unrealistisch“, betont Mirko Mach. Manche SIP-Trunk- oder IP-Centrex-Anbieter ermöglichen es, im Vorfeld Zielrufnummern – zum Beispiel Mobilfunknummern – für einzelne Nebenstellen bei einem Ausfall zu hinterlegen. Die Anrufe werden dann automatisch an diese Nummern weitergeleitet.

„Vor allem für kleinere Kunden, die sich keine zweite Leitung ­leisten möchten, ist das komfortabel“, erklärt Mach. Die Mitarbeiter könnten zumindest noch telefonieren und somit die Adhoc-Kommunikation aufrechterhalten. Spätestens nach ein oder zwei Tagen ohne Mail werde es aber auch für diese Unternehmen eng.

Auf der sicheren Seite sind Unternehmen indes nur dann, wenn es sowohl für Sprache als auch für Daten ein echtes Backup gibt. FScon betreut in erster Linie Kunden mit bis zu 50 Mitarbeitern. Bei kleineren Kunden, die häufig sehr preissensitiv sind, schlägt Thomas Oehring meist den Einsatz eines LTE-Routers als Backup vor. „Beim GigaCube von Vodafone fallen nur dann Gebühren an, wenn auch Daten verbraucht werden“, erläutert Oehring. Zwar hätten diese Kunden dann in dieser Zeit keine feste IP-Adresse, doch in den meisten Fällen reiche der Access aus.



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