So wollen die Lieblingsziele der Deutschen Urlaub möglich machen

Weite Sicht in den Alpen: Ein Frau blickt über die Gipfel der österreichischen Bergwelt. (Quelle: Westend61/imago images)

Österreich will seine Grenzen zu Deutschland öffnen. Auch andere Urlaubsländer haben erste Lockerungen der Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie eingeleitet. Aber hilft das auch Reisewilligen?

Der Trend zur Lockerung bei den Anti-Corona-Maßnahmen verstärkt sich in ganz Europa. Österreich will nun seine Grenzen zu Deutschland öffnen. In Ländern wie Griechenland und Spanien stehen die Starttermine bei den Hotels fest. Allenthalben gelten aber immer noch Reisebeschränkungen und -warnungen. Ein Überblick der wichtigsten Maßnahmen in zehn besonders beliebten Urlaubsländern der Deutschen.

Österreich

Die wegen der Corona-Pandemie geschlossene Grenze zwischen Deutschland und Österreich soll am 15. Juni 2020 wieder vollständig geöffnet werden. Schon ab dem 15. Mai werde es an den Grenzen nur noch stichprobenartige Kontrollen geben, bestätigte das Kanzleramt in Wien der Nachrichtenagentur APA.

Die Alpenrepublik ist bei den Lockerungsmaßnahmen weit vorne. Ausgangsbeschränkungen gibt es nicht mehr. Seit 2. Mai dürfen alle Geschäfte und fast alle Dienstleister wie Friseure wieder öffnen. Am 15. Mai folgen die Restaurants, Ende Mai die Hotels. Die Hygieneregeln wie Mindestabstand von einem Meter und das Tragen von Mund-Nasen-Schutz in Geschäften sowie öffentlichen Verkehrsmitteln gelten weiter.

Österreich hofft, dass ab dem Hochsommer der Tourismus wieder anlaufen kann. Das Schicksal vieler Betriebe hängt von der Reiselust speziell der Deutschen und Niederländer ab. Wichtige touristische Einrichtungen wie Museen, Bergbahnen und Freizeitparks sollen im Laufe der nächsten Wochen wieder öffnen. Dazu zählt auch das einst von Kaiserin Sisi bewohnte Schloss Schönbrunn in Wien. Nach dem Belvedere will unter anderem auch das Kunsthistorische Museum (KHM) zu Pfingsten wieder Besucher zulassen. Als besondere Geste hat sich das KHM für ein „Pay as you wish“-Modell für den Juni entschieden, bei dem jeder Besucher den Eintrittspreis selbst bestimmt.

Noch in der Luft hängt die Kultur-Szene. Theater, Konzerte und Festspiele wissen noch nicht genau, ob, wann und unter welchen Bedingungen sie wieder vor Publikum spielen dürfen.

Griechenland

Der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis hat ein neunwöchiges Lockerungsprogramm angekündigt. Masken sind in allen geschlossenen Räumen und öffentlichen Verkehrsmitteln seit 4. Mai Pflicht. Wer sich nicht daran hält, muss 150 Euro zahlen. Die Lockerungsphase ähnelt der Deutschlands. Zunächst sind seit dem 4. Mai Friseursalons, Elektrogeschäfte und Buchhandlungen wieder geöffnet. Die Bürger können zudem mittlerweile ohne Einschränkungen aus dem Haus gehen.

Athen will ab 18. Mai alle Bewegungen innerhalb des Landes erlauben. Der Tourismus soll ab 1. Juli wieder anlaufen. In den Urlaubsorten am Meer sollen die Liegen und die Sonnenschirme am Pool oder am Strand etwa drei bis fünf Meter voreinander entfernt stehen. Große Diskussionen gibt es darüber, ob die Mahlzeiten im Buffetstil oder am Tisch serviert werden sollen. Damit sich das Virus nicht ausbreitet, sollen die Betten in den Zimmern nicht täglich gemacht werden. Der Tourismus ist extrem wichtig für das Land, das seine große Wirtschaftskrise hinter sich gelassen hatte.

Italien

Nach Italien darf man derzeit nur mit einem triftigen Grund reisen. Tourismus ist nicht möglich. Hotels sind seit Anfang März geschlossen. Wann sie wieder aufmachen, ist vollkommen unklar. Seit dem 4. Mai werden erste Minischritte in Richtung Freiheit gemacht, die Menschen dürfen wieder zum Spazieren raus. Der Tourismus ist einer der größten Geschäftszweige in Italien, umso verzweifelter sind die Menschen, die in der Branche arbeiten.

Venedigs Bürgermeister Luigi Brugnaro rief zuletzt dazu auf, jeder, der sich wieder bewegen dürfe, möge bitte umgehend nach Venedig kommen. Viele setzen nun auf den inländischen Tourismus.

Trotz der Unsicherheit ist Südtirol schon mal vorgeprescht, öffnet Ende Mai wieder Hotels – und buhlt um deutsche Touristen. Derweil verliert sich das Land in teils absurd anmutende Diskussionen über Abstandsregeln am Strand, im Meer und für Kinder beim Buddeln im Sand. Zutritt soll es nur mit Buchungen vorab geben. Derzeit ist das aber noch Zukunftsmusik: Selbst die Italiener dürfen derzeit noch nicht von einer Region in die andere verreisen.

Spanien

Ob Schlagerparties auf Mallorca, ein Städtetrip nach Barcelona oder eine Wanderung auf dem Jakobsweg – für den Sommer 2020 bleiben diese Aktivitäten für ausländische Feriengäste wohl Wunschdenken. Der Tourismus werde wohl nicht vor Jahresende in Gang kommen, warnte die Regierung in Madrid zuletzt. Bislang sind die Grenzen zu und auch Reisen in andere Regionen des Landes sind selbst den Spaniern weiter verboten, wenn sie keinen wichtigen Grund vorweisen können.

Zudem müssen ab dem 15. Mai aus dem Ausland nach Spanien Einreisende zwei Wochen in Quarantäne. Die Maßnahme soll so lange gelten, bis der Corona-Alarmzustand endet. Jedoch gibt es schrittweise Lockerungen, auch wenn noch nicht klar ist, was das für den Tourismus heißt. So durften zumindest in Teilen des Landes die Hotels unter strengen Auflagen wieder öffnen. Aber immerhin: Ab Juni wollen die Lufthansa und ihre Tochter Eurowings wieder Urlauberjets auf die vom Virus weniger betroffene Balearen-Insel Mallorca schicken.

Wohl ab Ende Juni können zumindest die Spanier selbst voraussichtlich bescheidene Urlaubspläne schmieden. Medien schrieben zuletzt, Spanien werde diesen Sommer ein Revival der 1950er-Jahre erleben: Kaum internationale Gäste, kein Badespaß im Mega-Resort, kein überfülltes All-Inclusive, stattdessen Kurzreisen, Städtetrips, Wanderungen in den Bergen und Urlaub auf dem Land bei Familie und Freunden.

Frankreich

Luftaufnahme Beaulieu sur Mer: Die Strände Frankreichs bleiben generell bis mindestens 1. Juni für die Öffentlichkeit geschlossen. (Quelle: imago images/Peter Seyfferth)
Luftaufnahme Beaulieu sur Mer: Die Strände Frankreichs bleiben generell bis mindestens 1. Juni für die Öffentlichkeit geschlossen. (Quelle: Peter Seyfferth/imago images)

An den Stränden der französischen Riviera können sich Urlauber aller Voraussicht nach frühestens im Juni sonnen. Die Strände Frankreichs bleiben generell bis mindestens 1. Juni für die Öffentlichkeit geschlossen, kündigte Regierungschef Édouard Philippe bei der Vorstellung der Lockerungspläne ab dem 11. Mai an. Kleinere Museen können seit 11. Mai wieder Besucher empfangen – große Museen wie der weltberühmte Louvre in Paris werden ihre Türen wohl nicht vor September wieder öffnen.

An der Atlantikküste öffneten bereits einige Strände zum Baden und Angeln; weitere im Norden und Süden des Landes sollen folgen. Für die Mittelmeerinsel Korsika besteht noch ein Reiseverbot – dort sind vorerst keine Touristen willkommen. Cafés und Restaurants könnten ab dem 2. Juni in den Regionen wieder öffnen, in denen das Virus weniger verbreitet ist. Sommerurlaub, so hofft die Regierung, soll für die Franzosen im Land ab Juli möglich sein.

Niederlande

Der Holland-Urlaub wird wieder möglich. Schon jetzt öffnen stufenweise Bungalowparks ihre Tore und werden auch wieder Ferienwohnungen vermietet. Ab dem 1. Juli sollen dann alle Campingplätze und Ferienparks wieder voll geöffnet werden. Bisher galt das nur eingeschränkt. So mussten etwa auf Campingplätzen Duschen und WCs geschlossen bleiben. Die sanitären Einrichtungen werden ab 1. Juli auch an Stränden und in Naturparks wieder geöffnet. Museen dürfen ab 1. Juni wieder Besucher empfangen – vorausgesetzt, sie melden sich vorher online an. Auch Restaurants, Cafés, Strandpavillons und Kneipen dürfen jeweils maximal 30 Gäste bewirten. Ab Juli sind dann bis zu 100 Gäste erlaubt.

Türkei

Die Türkei lockert schrittweise die Corona-Maßnahmen und bereitet sich auf eine Öffnung für den Tourismus vor. Inzwischen gelten nur noch Reisebeschränkungen für 15 statt wie zuvor für 31 Städte und Provinzen. Ende Mai will das Land den inländischen Reiseverkehr aufnehmen, im Juni hofft es auf internationale Urlauber.

Für Hotels und Restaurants sollen strenge Corona-Auflagen gelten. Es müssen etwa Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden, das Personal soll eine Pandemie-Ausbildung erhalten. Dazu hat die Türkei ein Zertifikationsprogramm entwickelt. Nach der Öffnung für internationale Flüge sollen an den Grenzübergängen, etwa am Flughafen Antalya, Corona-Tests durchgeführt werden. Die halbstaatliche Fluggesellschaft Turkish Airlines hatte ihren Flugstopp zuletzt bis zum 28. Mai verlängert.

Ägypten

Hier wurden die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus teils etwas gelockert. So wurde die seit Ende März geltende nächtliche Ausgangssperre verkürzt: Die Menschen müssen in dem nordafrikanischen Land jetzt täglich zwischen 21 und 6 Uhr morgens zu Hause bleiben, Geschäfte müssen ab 17 Uhr schließen. Restaurants und Cafés dürfen zwar liefern, in ihren Räumen aber keine Gäste bewirten. Und öffentliche Strände in beliebten Badeorten wie Hurghada und Scharm El-Scheich sind weiterhin geschlossen und dieser Tage menschenleer. Touristische Flüge nach Ägypten sind immer noch ausgesetzt.

Hotels dürfen für einheimische Urlauber bei 25 Prozent Belegung inzwischen wieder öffnen und ab 1. Juni bei 50 Prozent Belegung. Die Hotels müssen unter anderem Desinfektionsmittel am Eingang bereitstellen und das Gepäck der Gäste bei Ankunft und Abreise desinfizieren. Wenn die Grenzen wieder öffnen, soll auch an Flughäfen sichergestellt werden, dass Reisende einen Mindestabstand zueinander einhalten können.

Polen

Das Land lockert seine Restriktionen nur sehr langsam. Es wird seine Kontrollen an den Grenzen zu anderen EU-Mitgliedstaaten aufrechterhalten – und bleibt vorerst für Ausländer geschlossen. Ausnahmen gelten für Menschen mit Daueraufenthaltsgenehmigung, für Lastwagenfahrer und Diplomaten. Die Grenzen zu Deutschland, Tschechien, zur Slowakei und zu Litauen können nur an bestimmten Übergängen überquert werden. Die Regierung in Warschau hatte sich entschieden, ab dem 4. Mai Hotels und Einkaufszentren wieder zu öffnen.

In einem weiteren Schritt zur Beendigung des Lockdowns dürfen Restaurants und Cafés ab dem 18. Mai wieder öffnen. Es muss aber ein Mindestabstand von zwei Metern zwischen den Tischen eingehalten werden. Auch sind Köche und Keller verpflichtet, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Ebenfalls ab dem 18. Mai öffnen dürfen Friseursalons und Kosmetikstudios.

Kroatien

17 Prozent des Bruttoinlandsprodukts werden vom Tourismus generiert. Umso bitterer, dass seit dem 19. März keine Urlaubsreisen möglich sind. Wer dennoch aus Deutschland einreisen kann, muss in 14-tägige häusliche Quarantäne. Seit dem 11. Mai dürfen Cafés und Restaurants öffnen, wenn sie ihre Kundschaft außerhalb bedienen. In Kroatien besteht keine Maskenpflicht, sondern nur eine Empfehlung.

Das Land macht Druck auf eine Öffnung der Grenzen für Urlauber. Vorgeschlagen wird die stufenweise Inbetriebnahme von Fremdenverkehrseinrichtungen: zuerst Campingplätze, dann Privatzimmer und Ferienhäuser, dann nautischer Tourismus wie die Vermietung von Segelbooten und Jachten. Man beobachtet die EU-Diskussion um Sommerreisen, verhandelt aber auch selbst direkt mit Slowenien, Tschechien und Österreich, um Reisen zwischen den Ländern zu ermöglichen.

Seit dem 9. Mai gelten allerdings gelockerte Einreisebestimmungen. Demnach dürfen Ausländer mit drei Begründungen die Grenze ohne Corona-Test und ohne Quarantäne-Auflagen passieren:

  • wenn sie eine Immobilie oder ein Boot in Kroatien besitzen
  • wenn sie zu einem Begräbnis reisen
  • wenn sie über die Einladung eines Unternehmens verfügen und an ihrer Einreise ein wirtschaftliches Interesse besteht.

Eine informelle Weisung des Innenministeriums hält fest, dass die letzte Bestimmung auch auf Urlauber anzuwenden ist, die eine Unterkunft in Kroatien gebucht haben. Die Behörden arbeiten zudem an neuen Regeln, die zu große Menschenansammlungen an den Stränden verhindern sollen.

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