iPhone 9, neue iPad Pros und mehr: Was Apple im ersten Halbjahr 2020 alles vorstellen könnte

Apple-Poduktfamilie. (Bild: Apple)
Apple hat das Jahr 2019 mit großen Neuerungen abgeschlossen. Doch was gibt es wohl 2020? Wir fassen zusammen, was uns der iPhone-Konzern im ersten Halbjahr auftischen könnte.

Apple hat im vergangenen Jahr ordentlich abgeliefert: Neben neuen iPhones mit merklich verbesserter Kamera und Akkulaufzeit hat der Konzern mit dem Mac Pro auch endlich wieder einen echten Desktoprechner für Profis mit aktueller Ausstattung im Programm sowie ein Macbook Pro mit 16-Zoll-Display und zuverlässigerer Tastatur. In der ersten Jahreshälfte 2020 dürfte Apple sein Produktfeuerwerk fortsetzen – wir werfen einen Blick in die Glaskugel. Erste Lebenszeichen auf diverse neue Produkte sind auch schon gesichtet worden.

iPhone SE 2 oder iPhone 9 – jetzt aber!

Das könnte das iPhone SE 2 oder iPhone 9 sein. (Renderbild: iGeeksblog)
Das könnte das iPhone SE 2 oder iPhone 9 sein. (Renderbild: iGeeksblog)

Apple wird in der ersten Jahreshälfte offenbar eine Neuauflage seines iPhone SE vorstellen, das im unteren Preissegment angesiedelt sein soll. Es wird spekuliert, dass das iPhone SE 2 vielleicht auch als iPhone 9 vermarktet werden könnte.

Mit einem Vier-Zoll-Gerät dürft ihr jedoch nicht rechnen, stattdessen wird es wohl einen 4,7-Zoll-Bildschirm verbaut haben und sich in Sachen Design und Ausstattung am iPhone 8 orientieren. Beim iPhone SE verfuhr Apple ähnlich: Damals bediente man sich beim iPhone-5-Design, setzte aber auf aktuellere Technik.

Ein Face-ID-Sensor wird womöglich nicht an Bord sein. Stattdessen dürfte aus Kostengründen wie noch beim iPhone 8 ein Touch-ID-Sensor in den Homebutton verbaut werden. Es wird über einen Basispreis von etwa 400 US-Dollar spekuliert, was im Februar 2020 erneut von Fast Company untermauert wurde. Entsprechende Hinweise für einen baldigen Start kommen von Bloombergs Mark Gurman, der für seine guten Kontakte zu Apple bekannt ist.

Seinen Ausführungen zufolge soll die Produktion des Budget-iPhones im Laufe des Februar beginnen und das Gerät im März in den Handel kommen – trotz des Coronavirus solle es nicht zu Verzögerungen kommen, meint Gurman. Auch laut Techleaker Evan Blass könnte die Vorstellung Mitte März 2020 erfolgen. Glaubt man dem deutschen Blog iPhone-Ticker, werde Apple sein erstes Event des Jahres am 31. März veranstalten und der Marktstart des iPhone SE 2 am 3. April erfolgen. Vollkommen sicher sind wir uns bezüglich des Termins jedoch nicht. Dass es wirklich in Arbeit ist, zeigen Assets im Code von iOS 14, den 9to5 Mac sezieren konnte.

Erste Over-Ear-Airpods als Konkurrenz zu Bose und Sony erwartet

Apple AirPods Fund in iOS 14. (Screenshot: 9to5 Mac)
Apple Airpods X Fund in iOS 14. (Screenshot: 9to5 Mac)

Nach Informationen des gut vernetzten Analysten Ming-Chi Kuo könnte Apple seine in Entwicklung befindlichen Premium-Bluetooth-Kopfhörer vorstellen, die etwa Boses Noise-Cancelling Headphones 700 oder Sonys WH-1000XM3 Konkurrenz machen. Wie die Airpods Pro oder Beats Solo Pro dürften sie besser mit iPhones und Macbooks interagieren können. Viele Details hat Kuo jedoch nicht genannt – entsprechende Gerüchte kursieren schon seit 2018.

Apples Airpods Pro bekommen wohl bald neue Famlienmitglieder. (Bild: Apple)
Apples Airpods Pro bekommen wohl bald neue Famlienmitglieder. (Bild: Apple)

Weitere Hinweise zu den Over-Ear-Kopfhörern stammen vom Tech-Analysten Jon Prosser, den mehrere Mitarbeiter der Supermarktkette Target auf neue Apple Airpods im Warenwirtschaftssystem hingewiesen haben. Sie werden als „Apple Airpods (X Generation)“ zum Preis von 399 Dollar angezeigt. Wie Appleinsider in Erfahrung bringen konnte, sei es üblich, dass ein Platzhalter für kommende Produkte angelegt werde. Dabei könne sich der finale Produktname noch ändern, der Preis sei indes korrekt. Mit dem Preis würde Apple sich in direkte Konkurrenz zu Boses, B&Ws oder Sonys Noise-Cancelling-Headphone-Revier begeben. Zudem hat 9to5 Mac Hinweise zu den neuen Kopfhörern in den Assets von iOS 14 entdecken können.

Apple scheint seine Bestseller-Produkte der Airpods-Familie preislich nicht nur nach oben, sondern auch nach unten abzurunden. Zumindest kursieren Gerüchte über sogenannte Airpods Lite.

iPad Pro 2020 mit iPhone-11-Triple-Kamera

So könnten das iPad Pro 11 und 12.9 (2020) aussehen. (Bild: iGeeksblog)
So könnten iPad Pro 11 und 12.9 (2020) aussehen. (Bild: iGeeksblog)

Zu den ersten Produktvorstellungen des Jahres dürfte auch die Enthüllung einer neuen iPad-Pro-Familie gehören. Die Pro-Serie von Apples iPad wurde zuletzt im Herbst 2018 aktualisiert – ein Update ist damit naheliegend. Neue Versionen des iPad Pro sind schon im September in Form von Hardware-Dummies geleakt worden.

Das Design scheint kaum von der aktuellen Generation abzuweichen, auf der Rückseite prangen allerdings drei Kameras statt nur einer. Es deutet sich an, dass Apple jene Kameras in seine Pro-iPads integriert, die auch im iPhone 11 zu finden sind. Alternativ könnte einer der Sensoren auch ein Time-of-Flight-Sensor sein, mit dem 3D-Modelle für AR-Kits erstellt werden können – diese Details will 9to5 Mac in den Assets von iOS14 entdeckt haben. Zudem sei mit einem normalen Weitwinkel-, einem Ultraweitwinkel- und einem Teleobjektiv zu rechnen.

Weiter wird von einer schnelleren Face-ID-Kamera auf der Vorderseite und einer Mini-LED-Displaytechnologie im großen 12,9-Zoll-Modell ausgegangen. Unter der Haube wird mit hoher Wahrscheinlichkeit ein schneller A13-Prozessor für eine Menge Power sorgen. Bloomberg geht von der Vorstellung in der ersten Jahreshälfte aus, das Branchenportal Digitimes will erfahren haben, dass es mit dem iPhone 9 im März gezeigt werden und der Verkaufsstart wegen des Coronavirus frühestens im April erfolgen könnte. Die Trefferquote von Digitimes war in der Vergangenheit jedoch eher durchwachsen.

Neue Macbook-Modelle mit Scissor-Tastatur

Die 2020er Macbook-Modelle dürften die gleiche Tastatur wie das 16-Zoll-Macbook Pro bekommen. (Bild: Apple)
Die 2020er Macbook-Modelle dürften die gleiche Tastatur wie das 16-Zoll-Macbook Pro bekommen. (Bild: Apple)

An der Macbook-Front wird Apple sicherlich auch nachlegen. Die 13-Zoll-Macbook-Modelle der Pro- und Air-Serie hatte das Unternehmen abgesehen vom neuen 16-Zoller im Mai und Juli 2019 erneuert. Dabei hatte Apple neben neuen Prozessoren auf eine leicht verbesserte Tastatur gesetzt. 2020 wird das Unternehmen womöglich alle Macbook-Versionen von seinem fehleranfälligen Butterfly-Keyboard befreien und es durch die Scissor-Tastatur ersetzen. Weiter deutet sich an, dass die Air-Modelle mit Intels Icelake-Prozessoren bestückt werden.

Vom 13-Zoll-Macbook Pro könnte Apple sich letzten Gerüchten zufolge verabschieden. Stattdessen könnte das Unternehmen ein 14,1-Zoll-Modell mit Mini-LED-Bildschirm anbieten.

Nach dem Macbook Pro 16 werden 2020 sicherlich auch andere Macbook-Modelle mit Scissor-Tasten ausgestattet werden. (Screenshot: ifixit)
Nach dem Macbook Pro 16 werden 2020 sicherlich auch andere Macbook-Modelle mit Scissor-Tasten ausgestattet werden. (Screenshot: ifixit)

Inwiefern Apple seine Macbook Pros abgesehen von Scissor-Keyboard und frischen Prozessoren auffrischen könnte, ist unklar. Interessant ist ein Hinweis in den Assets der Betaversion von macOS 10.15.3: Apple arbeitet offenbar an einer Art Pro- oder Turbomodus für seine Pro-Rechner, durch den die Performance kurzzeitig nutzerseitig angehoben werden kann. Apps sollen schneller laufen, die Akkulaufzeit verkürzt sich dadurch jedoch und auch der Lüfter könnte lauter sein.

Neue iMacs und aktualisierter Mac Mini im März?

Apples 2019er iMac. (Bild: Apple)
Apples 2019er iMac. (Bild: Apple)

Darüber hinaus wird Apple sicherlich seine iMacs und die Pro-Modelle und auch den Mac Mini mit aktuellen Prozessoren ausrüsten. Neue iMacs, begleitet von neuen Mac-Mini-Varianten, sollen schon im ersten Halbjahr erscheinen, heißt es aus der Gerüchteküche. Der anonyme Leaker CoinX, der für seine Treffsicherheit bekannt ist, geht von einer baldigen Vorstellung aus. Der „normale“ iMac wurde zuletzt im März 2019 aktualisiert, der Mac Mini hat sein letztes Upgrade 2018 erhalten. Was die iMac Pros anbelangt, dürften sie letzten Prognosen zufolge erst in der zweiten Jahreshälfte 2020 erneuert werden. Das Gleiche gilt nach letztem Stand auch für die Macbook Pros – unter anderem soll das 13-Zoll-Macbook-Pro gegen ein Modell mit 14 Zoll und Mini-LED-Display ersetzt werden.

Was noch? Homepod, „Airtags“-Tracker und Premium-Kopfhörer?

Abseits der großen Produktankündigungen könnte Apple eine neue Version seines eher mäßig erfolgreichen Smartspeakers Homepod ankündigen. Es wird schon lange gemutmaßt, dass Apple an einer günstigeren Version arbeitet.

Apples Tracking Airtags. (Bild: Macrumors)
Apples Tracking Airtags. (Bild: Macrumors)

Darüber hinaus dürfte Apple dem U1-Chip, der im iPhone 11 schlummert, mehr Leben einhauchen. Derzeit dient der UWB-Chip in erster Linie für ein besseres Airdrop. Es ist aber bereits durchgesickert, dass durch die Ultrabreitband-Funktion des Chips auch ein Tracking von Dingen möglich ist. Hierfür arbeitet das Unternehmen an Tags, die ähnlich wie die des Startups Tile funktionieren könnten.

Diese Tags können etwa in eine Geldbörse, an einen Schlüsselbund oder eine Tasche geheftet werden. Mit der „Find-my“-App, die Teil von iOS 13, iPadOS und macOS Catalina ist, sollen Dinge präzise geortet werden können. Es wird gar davon ausgegangen, dass die mit dem Tracker versehenen Gegenstände per AR-Kit, Apples Augmented-Reality-Plattform, auf dem iPhone- oder iPad-Display angezeigt werden könnten. Überdies könnte Apple wohl eine kleine Ladematte ankündigen. Nach einem regelrechten Ersatz für die gestrichene Airpower-Ladematte klingt das Produkt jedoch nicht.

In den Assets von iOS 14 konnte 9to5 Mac Hinweise auf eine neue Apple-TV-Generation mit überarbeiteter Fernbedienung ausmachen. Weitere Details gibt es nicht, fraglich ist auch, ob das neue Produkt schon im ersten Halbjahr das Licht de Welt erblicken wird.

Software: iOS 14, macOS 10.16 und mehr

iOS 13 ist verbuggt– iOS 14 soll es richten. (Foto: Shutterstock)
iOS 13 ist verbuggt– iOS 14 soll es richten. (Foto: Shutterstock)

Auf der Software-Seite wird Apple im Zuge der hauseigenen Entwicklerkonferenz WWDC, die traditionsgemäß im Juni stattfindet, einen ersten Blick auf iOS 14 und macOS 10.15 als auch watchOS 7 und tvOS gewähren. Was das Unternehmen an neuen Funktionen in petto hat, ist noch ungewiss. Als sicher gilt nur, dass nach iOS 12 erneut eine Qualitätsoffensive ansteht, um die Plattformen, allen voran iOS 14, wieder auf stabile Füße zu stellen. Der Release von iOS 13 kann als mittlere Katastrophe angesehen werden. Zwischen September und November hat Apple so viele Updates und Patches veröffentlicht wie nie zu vor, um das fehlerhafte mobile OS zu stabilisieren und fehlende Funktionen nachzureichen.

Ungewiss, aber immer wieder ein Thema, ist Apples Umstellung von Intel- auf ARM-Prozessoren. Glaubt man Intel und dem bekannten Analysten Ming-Chi Kuo, soll Apple seine Macs ab 2020 allmählich auf ARM-Basis umbauen. Nach letzten Informationen wird aber wohl nicht vor 2021 damit zu rechnen sein. Die ARM-Prozessoren würde Apple wie die in iPhones und iPads  selbst entwickeln und so mehr Kontrolle über den gesamten Produktionsprozess erhalten. Apples Umstieg auf ARM-Prozessoren dürfte zudem eine leichtere Entwicklung von universellen Apps für iPhone, iPad und Macs ermöglichen.

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