Lion Feuchtwangers Tagebücher: Das freizügige Journal (neues-deutschland.de)


Lion Feuchtwanger gibt sich nirgendwo so offen und ungeschminkt wie in seinen Tagebüchern.

Foto: akg-images

Es war wieder einmal spät geworden. Lion Feuchtwanger hatte in Washington, »überaus wohlwollend« empfangen, seine Vortragsreise fortgesetzt und ist an diesem 30. Januar 1933 ziemlich früh aufgestanden. Doch noch ehe er zu einer Sitzung des Senats und Kongresses ins Kapitol aufbricht, erscheint um zehn der deutsche Legationsrat im Hotel, um ihm mitzuteilen, dass in Berlin die Nationalsozialisten die Regierung übernommen haben. Er hat die Nachricht emotions- und kommentarlos in seinem Notizbuch vermerkt. Aber abends, nach einem Empfang, wird er noch einen Satz hinzufügen: »Besonders merkwürdige Ironie, daß der deutsche Botschafter mir an dem Tag einen Lunch gibt, an dem Hitler Kanzler wird.«

Feuchtwanger, seit Mitte November 1932 zu einer Lesetournee in den USA, kann sich danach vor Fragen kaum noch retten. Wohin er auch kommt, wird er gedrängt, über die deutsche Situation zu sprechen. »Die Sachen, die ich gestern über Hitler gesagt…

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