Roboterhund Spot von Boston Dynamics hilft bei der Corona-Diagnose im Krankenhaus

Robohund Spot im Coronaeinsatz. (Foto: Boston Dynamics)

Der Roboterhund Spot von Boston Dynamics hilft seit einigen Wochen bei der Diagnose von Covid-19-Patienten in einem Bostoner Krankenhaus. Künftig soll er noch viel mehr tun.

Automaten sind überall da sinnvoll eingesetzt, wo Menschen die gleiche Aufgabe nur unter erheblichen Gefahren machen können. Dazu gehören etwa Lackierroboter in der Autoindustrie, Drohnen im Katastropheneinsatz und etliche Anwendungsbeispiele mehr.

Smarter Robohund Spot unterstützt Coronadiagnostik

Boston Dynamics, die ehemalige Google-Tochter, hat nun den Roboterhund Spot für den Einsatz im Rahmen der Coronapandemie fit gemacht. Inzwischen arbeitet der vierbeinige Helfer schon seit zwei Wochen am Bostoner Krankenhaus Brigham and Women’s.

Das Krankenhaus hatte sich an Boston Dynamics gewendet, weil sich innerhalb nur einer Woche ein Sechstel des Personals mit dem neuartigen Coronavirus infiziert hatte. Die Krankenhausleitung war auf der Suche nach einer Lösung, die das Risiko für das medizinische Personal reduzieren sollte.

Im ersten Schritt dient Spot als wandelnde Videokonferenz

Der Roboterhund Spot hilft nun bei der Diagnose potenzieller Covid-19-Patienten. Dabei führt er keine eigene Diagnostik durch, sondern dient als Telemedizin-Plattform. Ausgestattet mit einem iPad wird er in Diagnose-Zelten oder anderen abgesperrten Ad-Hoc-Umgebungen eingesetzt, wo er die Verbindung zwischen einem Arzt und einem potenziellen Patienten herstellt und das Diagnosegespräch ermöglicht. Spot ist dabei ein laufendes Bildtelefon mit simultaner Zwei-Wege-Kommunikation, eine wandelnde Videokonferenz.

Robohund Spot im Coronaeinsatz. (Foto: Boston Dynamics)
Robohund Spot im Coronaeinsatz. (Foto: Boston Dynamics)

So wird der persönliche Einsatz medizinischen Fachpersonals reduziert, was unter dem Aspekt der Infektionsvermeidung systemrelevanter Mitarbeiter und vor dem Hintergrund des Mangels an Schutzausrüstung, schon ein deutlicher Gewinn für das Bostoner Krankenhaus ist.

Schritt 2: Vitaldaten-Erhebung

Inzwischen arbeitet Boston Dynamics an einer Ausweitung der Fähigkeiten des smarten Vierbeiners. Mit zusätzlichen Sensoren und Kameras soll Spot künftig bei der Vitaldaten-Erhebung helfen. So könnte der Robohund Daten wie die Körpertemperatur, die Atemfrequenz, die Herzfrequenz und die Sauerstoffsättigung des Bluts messen. Das sind alles Parameter, die bei Patienten mit Verdacht auf Covid-19 im Blick behalten werden müssen.

Schritt 3: Desinfektionseinsätze

In einem weiteren Schritt will Boston Dynamics den Robohund mit einer Desinfektions-Technologie ausstatten. So könnte Spot etwa mit einem UV-C-Strahler ausgestattet werden, der Corona-Zelte ebenso desinfizieren könnte wie U-Bahn-Stationen. Boston Dynamics sieht hier eine Vielfalt an Einsatzmöglichkeiten.

Robohund Spot hat noch freie Montageflächen für weitere Zwecke. (Foto: Boston Dynamics)
Robohund Spot hat noch freie Montageflächen für weitere Zwecke. (Foto: Boston Dynamics)

Boston Dynamics gibt Technologie als Open Source frei

Damit die Entwicklung hilfreicher Roboterunterstützung in der Pandemie nicht an einem Hersteller hängt, hat Boston Dynamics sowohl die Hardware-Plattform wie auch die gesamte Software unter Open Source freigegeben. So können andere Hersteller von automatischen Helfern unproblematisch auf der Technologie aufsetzen und ihre eigenen Lösungen zur Verfügung stellen.

Boston Dynamics weist ausdrücklich darauf hin, dass es sich dabei nicht zwingend um vierbeinige Helfer handeln müsse. Es seien auch Anwendungsfälle denkbar, bei denen Roboter mit Rad- oder Raupenantrieb besser geeignet wären. Vierbeiner eignen sich indes besonders gut, wenn Treppen überwunden werden müssen.

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