So können Entwickler ihre Apps für Dual-Screen-Geräte anpassen

Links das Surface Neo, rechts das Surface Duo. (Foto: Microsoft)
Mit der Freigabe des ersten SDK für das Dual-Screen-Gerät Surface Duo erlaubt Microsoft Entwicklern, erste Erfahrungen mit der Handhabung ihrer Apps über zwei Bildschirme zu sammeln.

Im Oktober 2019 hatte Microsoft zwei Geräte mit jeweils zwei nebeneinanderliegenden und über ein Scharnier verbundenen Bildschirmen vorgestellt. Die Geräte sollen Ende 2020 auf den Markt kommen. Das kleinere Surface Duo wird dabei mit dem Android-Betriebssystem ausgestattet, das größere Surface Neo erhält mit Windows 10X eine angepasste Windows-Version.

Preview-SDK für das Surface Duo verfügbar

Damit sich Entwickler rechtzeitig mit den Eigenheiten einer Dual-Screen-Ansteuerung ihrer Apps auseinandersetzen können, hat der Softwarehersteller aus Redmond nun die Verfügbarkeit eines Software-Entwicklungs-Kits (SDK) für das auf Android basierende Surface Duo bekanntgegeben. Das SDK ist noch nicht voll ausgereift, sondern wird als Preview bezeichnet. Dennoch können damit die Kernkonzepte des Zwei-Bildschirm-Betriebs umgesetzt werden.

In einem ausführlichen Blogbeitrag erklärt Microsoft im Detail, wie sich der Hersteller die Bildschirmnutzung durch Entwickler vorstellt. Dabei gibt es einerseits viele Freiheiten, andererseits gelten auch einige strengere Konzepte.

Neue Nutzungskonzepte für den zweiten Screen

So wird eine App im Standard immer auf einem der beiden Bildschirme starten. Es obliegt dann den Nutzern, sie auf den zweiten Bildschirm aufzuziehen. Für Entwickler bedeutet das ganz neue Herausforderungen, denn die Start- und die Nutzungsansicht können sich so deutlich unterscheiden.

Konzeptionell schlägt Microsoft fünf verschiedene Dual-Screen-Modi vor: So könnten beide Bildschirme zum einen als durchlaufender Canvas verwendet werden. Ebenso könnten Nutzer zwei Seiten eines Dokuments oder zwei völlig unterschiedliche Inhalte nebeneinander stellen wollen. Denkbar ist auch eine Nutzung des zweiten Screens als Instrumententafel oder zur Anzeige von Details zu den Inhalten des ersten Bildschirms.

Die initialen Pattern für die Dual-Screen-Entwicklung. (Illustration: Micrososft)
Die initialen Pattern für die Dual-Screen-Entwicklung. (Illustration: Micrososft)

Microsoft bezeichnet die Vorschläge als „initiale Muster“, die mit dem Entwickler-Feedback in den kommenden Monaten verbessert werden sollen. Dabei sind Entwickler ausdrücklich dazu aufgerufen, sowohl das Hoch- wie das Querformat eingehend zu bedenken, um das meiste aus ihren Apps herausholen zu können.

API für den Umgang mit der „Lücke“ zwischen den Screens enthalten

Auf der Seite der Software-Integration bringt Microsoft einige neue API, mit deren Hilfe die Besonderheiten der Doppelbildschirm-Geräte, allen voran die sichtbare Lücke zwischen den Screens, sinnvoll behandelt werden können. Das beginnt mit einer Funktion, die es Entwicklern erlaubt, auf den Winkel zu reagieren, in dem die Scharniere der Surface-Geräte stehen.

Durchdacht erscheint ebenso das Feature, für Bilder oder Videos, die über beide Bildschirme gezogen sind, nicht nur den optischen irritierenden Split, der das Bild um die Größe des Spalts verbreitern würde, zuzulassen. Vielmehr bieten die Geräte eine Maskenfunktion, die dynamisch errechnet, welcher Bildteil hinter dem Spalt verschwinden würde, wenn das Bild nicht einfach geteilt würde. Diesen Bildteil lässt das System dann einfach weg, sodass es dem Gehirn des Betrachters überlassen bleibt, beide Bildhälften sauber zusammenzufügen. So sieht das aus:

Die unterschiedliche Behandlung von Bildern über zwei Screens. (Foto: Microsoft)
Die unterschiedliche Behandlung von Bildern über zwei Screens. (Foto: Microsoft)

Zudem weist Microsoft darauf hin, dass Entwickler ihren Dialogelementen einiges an Aufmerksamkeit schenken müssen. Die bisherige Praxis, etwa Schaltflächen mittig einzublenden, erscheint bei einem Dual-Screen wenig sinnvoll.

Dialogelemente bedürfen neuen Nachdenkens. (Illustration: Microsoft)
Dialogelemente bedürfen neuen Nachdenkens. (Illustration: Microsoft)

Damit Android-Entwickler ihre Apps sinnvoll testen können, gehört zum SDK ein Surface-Duo-Emulator, der den Dual-Screen in Software nachbildet.

Windows-10X-SDK kommt im Februar

Die Verfügbarkeit eines Preview-SDK für das Windows-Gerät Surface Neo hat Microsoft für den 11. Februar 2020 angekündigt. Auch dieses SDK wird einen Emulator nebst den entsprechenden API, etwa für die Behandlung des Bildschirmspalts, enthalten.

Ebenso schlägt der Hersteller neue Web-Standards vor und arbeitet an neuen Wegen, wie sich Web-Inhalte sinnvoll auf Dual-Screen-Geräten nutzen lassen.

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