Tagesspiegel-Fahrradblog: Weg vom Auto, hin zum Fahrrad – Liveblog – Sport


Als Fürsprecher für Zweiräder mischt der umtriebige gebürtige Münsteraner selbst mit und bringt immer wieder unterschiedliche Gruppen zusammen: ob politische Akteure – dazu zählt auch schon mal Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) –, Verkehrsplaner oder Vertreter anderer Verbände. Gerne sieht er auch über den eigenen Tellerrand und schaut, ob und was andere Länder für Fahrradfahrer tun. Vorbildlich nennt er etwa die Niederlande und verweist auf das gut ausgebaute Radwegenetz im Nachbarland.

Mal eben zum Bäcker? Da brauche es doch kein Auto

Da hinke Deutschland hinterher, meint der 46-Jährige. Hier scheuten viele wegen schlechter oder nicht vorhandener Radwege, auf das Fahrrad umzusatteln. Zudem werde dem Auto im Straßenverkehr immer noch viel zu oft Priorität eingeräumt. Dadurch gehe viel öffentlicher Raum für die Nicht-Autofahrer verloren.

Stork spricht in diesem Zusammenhang gerne von einer „Übernutzung des Autos“ und betont, dass nach Untersuchungen die Hälfte aller Autofahrten weniger als fünf Kilometer lang seien. Mal eben am Wochenende zum Bäcker oder um die Ecke ins Fitnessstudio: All das lasse sich in der Regel ebenso gut mit dem Rad erledigen. Die geplante Reform der Straßenverkehrsordnung, die etwa Falschparker stärker zur Kasse bittet, begrüßt er zwar, findet aber, dass noch viel mehr notwendig wäre.

Einen Seitenhieb auf die Kirchen kann sich der Theologie nicht verkneifen. Sie könnten sich ruhig mehr engagieren, sagt er. Als große Arbeitgeber könnten sie und ihre Sozialverbände ihre Mitarbeiter stärker motivieren, öfter mal auf das Rad zu steigen. Und auch bei politischen Diskussionen über eine Neugestaltung der Innenstädte müssten die Kirchen als „Global Player“ verstärkt das Wort ergreifen.

Stork gründete den „Parlamentskreis Fahrrad“

Neben einer verbesserten Umweltbilanz böte ein Zurückdrängen von Autos eine Chance für mehr Kommunikation in Städten – zum Beispiel wenn aus Parkplätzen Begegnungsräume entstünden. Das könne auch für die Kirchen ein interessanter Ansatz sein, sagt Stork.

Gern würde er darüber mit Verantwortlichen aus den Bistümern und Landeskirchen ins Gespräch kommen. Im Kleinen wäre das schon in seiner Gemeinde im Norden Berlins möglich: Stork engagiert sich hier ehrenamtlich, derzeit allerdings weniger für Umwelt- oder Klimafragen, sondern als Vater von drei Kindern in der Kinder- und Jugendpastoral.

Wer weiß, ob er nicht mehr Kirchenvertreter bewegen kann, künftig ihre Dienstwagen stehenzulassen und Rad zu fahren. Einen „Parlamentskreis Fahrrad“, zu dem sich Parlamentarier aus dem Bundestag zusammengeschlossen haben, hat er im vergangenen Jahr bereits gegründet. 

(KNA)


Source link

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.