Urlaub in Corona-Risikogebieten: Das sollten Sie beachten

Kamelreiter und Touristen vor der weltberühmten Cheops Pyramide in Gizeh: Momentan zählt Ägypten zu den Corona-Risikogebieten. (Quelle: CHROMORANGE/imago images)

Wegen der Corona-Pandemie fällt dieses Jahr für viele der Sommerurlaub in der Türkei, der Dominikanischen Republik oder auf den Kapverden aus. Die Länder zählen zu den Risikogebieten. Doch was passiert, wenn Sie trotzdem dorthin reisen?

Die Reisewarnung des Auswärtigen Amtes wurde zwar für einige europäische Urlaubsländer aufgehoben – dennoch gilt sie für sehr zahlreiche andere beliebte Reiseziele weiter. Viele der Länder gelten auch als Risikogebiete. Trotzdem könnten Sie in einigen dieser Regionen einen Urlaub planen. Dabei gilt es jedoch, einiges zu beachten.

Was sind Risikogebiete und wie werden sie eingestuft?

Das Bundesministerium für Gesundheit definiert als Risikogebiet einen Staat oder auch eine Region außerhalb Deutschlands, für die ein erhöhtes Risiko für eine Infektion mit SARS-CoV-2 gilt.

Welches Land oder welche Region als Risikogebiet eingestuft wird, entscheiden das Bundesministerium für Gesundheit, das Innenministerium sowie das Auswärtige Amt. Dabei wird zunächst festgestellt, in welchen Regionen es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner gab. In einem zweiten Schritt wird überprüft, ob die Staaten, die diesen Wert unterschreiten, trotzdem ein erhöhtes Infektionsrisiko aufweisen. Auch die aktuellen Corona-Maßnahmen des jeweiligen Landes sowie Infektionszahlen, Testkapazitäten und durchgeführte Tests spielen bei der Bewertung eine Rolle. Liegen keine verlässlichen Informationen vor, wird auch das berücksichtigt.

Die Bundesregierung überprüft regelmäßig, inwieweit Gebiete (weiterhin) als Risikogebiete einzustufen sind. Deshalb kann es bei der Liste der Risikogebiete zu kurzfristigen Änderungen kommen.

Was ist der Unterschied zur Reisewarnung?

Zusätzlich zur Kennzeichnung als Risikogebiet gibt es die offizielle Reisewarnung sowie Reisehinweise des Auswärtigen Amtes. Dieses schätzt dazu die Gefahrenlage in einem Land ein und entscheidet, ob es von einer Reise abrät (Reisehinweis) oder davor warnt (Reisewarnung).

Die Reisewarnung gilt aktuell (Stand: 8. Juli 2020) für mehr als 160 Staaten weltweit bis zum 31. August. Für einzelne Länder könnte sie vorher aufgehoben werden. Allerdings eher nicht, wenn das Land als Risikogebiet gilt. Umgekehrt gibt es aber Länder wie Australien, die Malediven, Finnland oder Norwegen, für die zwar eine Reisewarnung gilt, die aber nicht als Risikogebiet ausgeschrieben sind. Gilt für ein Land die Reisewarnung, können Sie in der Regel eine Pauschalreise kostenfrei stornieren. Die Reisewarnung wird in diesen Fällen als außergewöhnlicher Umstand gewertet. Da meist für Länder, die als Risikogebiet ausgeschrieben sind, gleichzeitig eine Reisewarnung besteht, gilt hier das gleiche.

Was gilt für Reisen in Risikogebiete?

Grundsätzlich kommt die Einstufung als Risikogebiet ebenso wenig wie die offizielle Reisewarnung einem Reiseverbot gleich. Sofern Flüge stattfinden, Hotels Sie aufnehmen und Sie einreisen dürfen, können Sie Ihren Urlaub trotzdem planen. Sie sollten dabei jedoch einiges beachten.

Stockholm, Schweden: Die Zahl der Neuinfektionen ist vor allem rund um die schwedische Hauptstadt immer noch besonders hoch. (Quelle: imago images/Photocase)
Stockholm, Schweden: Die Zahl der Neuinfektionen ist vor allem rund um die schwedische Hauptstadt immer noch besonders hoch. (Quelle: Photocase/imago images)

Wenn Sie aus dem Ausland nach Deutschland einreisen und sich innerhalb der vergangenen 14 Tage in einem Risikogebiet aufgehalten haben, sind Sie zunächst einmal verpflichtet, sich direkt nach der Ankunft für zwei Wochen in häusliche Quarantäne zu begeben. Zusätzlich müssen Sie die für Ihren Wohnort zuständige Behörde – in der Regel das lokale Gesundheitsamt – informieren.

Ausnahmen gelten nur, wenn diese landesrechtlich beschlossen wurden und Sie keine Symptome haben. Das kann der Fall sein, wenn Sie nur auf der Durchreise sind oder einen negativen Corona-Test vorweisen können, der nicht älter als 48 Stunden ist und in Deutschland anerkannt wird. Hinzu kommen die Quarantäne-Bestimmungen im Reiseland bei einem positiven Corona-Test: Meist ist eine Rückreise nach Deutschland innerhalb der Quarantäne nicht möglich.

Wegen der Quarantäne-Regelungen sollten besonders Familien mit schulpflichtigen Kindern darauf achten, dass sie mindestens zwei Wochen vor Schulbeginn wieder zurück sind. In einigen Bundesländern gilt die Quarantäne als unentschuldigtes Fehlen. Auch Arbeitnehmer sollten beachten, dass es nach dem Infektionsschutzgesetz in vielen Bundesländern nur dann Lohnentschädigungen im Quarantäne-Fall gibt, wenn die Quarantäne nicht aufgrund einer Reise in ein Risikogebiet angeordnet wurde.

Zudem könnten Sie im Urlaubsland selbst am Coronavirus erkranken. Dann ist es in den meisten Fällen so, dass die medizinische Versorgung im Ausland schlechter ist, als Sie es von Deutschland gewohnt sind.

Hinzu kommt, dass normalerweise Ihre Auslandsreisekrankenversicherung die Behandlungskosten bei einer Krankheit im Urlaub übernimmt. Doch wer trotz Reisewarnung und Einstufung als Risikogebiet in ein Land reist, ist in der Regel nicht durch diese Versicherung geschützt. Sie sollten sich daher zuvor gut beraten lassen und eine spezielle Krankenversicherung abschließen. Dabei müssen Sie mit deutlich höheren Kosten und eingeschränkten Leistungen rechnen.

Welche Länder zählen zu den Risikogebieten?

Folgende Staaten werden aktuell (Stand: 3. Juli 2020) als Gebiete, in denen ein erhöhtes Risiko für eine Infektion mit Covid-19 besteht, ausgewiesen:

  • Afghanistan
  • Ägypten
  • Albanien
  • Algerien
  • Angola
  • Antigua und Barbuda
  • Äquatorialguinea
  • Argentinien
  • Armenien
  • Aserbaidschan
  • Äthiopien
  • Bahamas
  • Bahrain
  • Bangladesch
  • Barbados
  • Belarus
  • Belize
  • Benin
  • Bhutan
  • Bolivien
  • Bosnien und Herzegowina
  • Brasilien
  • Burkina Faso
  • Burundi
  • Chile
  • Costa Rica
  • Côte d’Ivoire
  • Dominica
  • Dominikanische Republik
  • Dschibuti
  • Ecuador
  • El Salvador
  • Eritrea
  • Eswatini
  • Gabun
  • Gambia
  • Ghana
  • Grenada
  • Guatemala
  • Guinea
  • Guinea Bissau
  • Guyana
  • Haiti
  • Honduras
  • Indien
  • Indonesien
  • Irak
  • Iran
  • Israel
  • Jamaika
  • Jemen
  • Kap Verde
  • Kamerun
  • Kasachstan
  • Katar
  • Kenia
  • Kirgisistan
  • Kolumbien
  • Komoren
  • Kongo DR
  • Kongo Rep
  • Korea (Volksrepublik)
  • Kosovo
  • Kuba
  • Kuwait
  • Lesotho
  • Libanon
  • Liberia
  • Libyen
  • Madagaskar
  • Malawi
  • Mali
  • Marokko
  • Mauretanien
  • Mexiko
  • Mongolei
  • Mosambik
  • Namibia
  • Nepal
  • Nicaragua
  • Niger
  • Nigeria
  • Nordmazedonien
  • Oman
  • Pakistan
  • Palästinensische Gebiete
  • Panama
  • Papua-Neuguinea
  • Peru
  • Philippinen
  • Republik Moldau
  • Ruanda
  • Russische Föderation
  • Saint Kitts und Nevis
  • Saint Lucia
  • Saint Vincent und die Grenadinen
  • Sambia
  • São Tomé und Príncipe
  • Saudi Arabien
  • Schweden
  • Senegal
  • Serbien
  • Sierra Leone
  • Simbabwe
  • Somalia
  • Sri Lanka
  • Südafrika
  • Sudan
  • Südsudan
  • Surinam
  • Syrische Arabische Republik
  • Tadschikistan
  • Tansania
  • Timor Leste (Osttimor)
  • Togo
  • Trinidad Tobago
  • Tschad
  • Türkei
  • Turkmenistan
  • Uganda
  • Ukraine
  • USA
  • Usbekistan
  • Venezuela
  • Vereinigte Arabische Emirate
  • Zentralafrikanische Republik

Wie ist die Lage in den beliebtesten Reiseländern?

Viele der Risikogebiete sind auch unabhängig vom Coronavirus keine typischen Reiseziele. Andere jedoch sind auch bei deutschen Urlaubern beliebt. Teilweise können Sie Ihren Urlaub trotz Reisewarnung wie geplant antreten, teilweise haben die Länder selbst beispielsweise ein Einreiseverbot verhängt.

Türkei

Das wohl wichtigste Beispiel ist die Türkei: Für den Staat gilt sowohl weiterhin eine Reisewarnung, als auch die Einstufung als Risikogebiet. Allerdings sind die Luft-, Land- und Seegrenzen wieder offen, seit Mitte Juni gibt es kein Einreiseverbot mehr für Deutsche.

Istanbul: Die Türkei hat ihre Grenzen zwar geöffnet, es besteht allerdings weiterhin eine Reisewarnung. (Quelle: imago images/Arabian Eye)
Istanbul: Die Türkei hat ihre Grenzen zwar geöffnet, es besteht allerdings weiterhin eine Reisewarnung. (Quelle: Arabian Eye/imago images)

Zusätzlich gibt es wieder regelmäßige Flüge zwischen Deutschland und der Türkei. Wenn Sie dorthin in den Urlaub reisen, müssen Sie allerdings mit Temperaturmessungen bei der Einreise und eventuellen Corona-Tests rechnen. Bei positivem Test erwarten Sie zudem Quarantänemaßnahmen.

Ägypten 

Auch Ägypten galt vor der Corona-Pandemie als beliebtes Urlaubsziel. Jetzt ist das nordafrikanische Land allerdings stark von Covid-19 betroffen. Die Infektionszahlen steigen und das Gesundheitssystem ist stark belastet. Dennoch haben die ägyptischen Flughäfen seit Juli wieder für den Tourismus geöffnet. Wenn Sie einreisen, müssen Sie jedoch mit Kontrollen und Temperaturmessungen rechnen sowie eine Gesundheitskarte ausfüllen. Auch die Reisemöglichkeiten im Land selber sind eingeschränkt.

Dominikanische Republik

Sonne, Strand und Meer lockten sonst zahlreiche Urlauber in die Dominikanische Republik. Der Staat hat zwar am 1. Juli seine Grenzen wieder für Touristen geöffnet und auch den Flugverkehr wieder aufgenommen – dennoch kommen bisher nur wenige Urlauber. Hotels dürfen nur eine begrenzte Zahl an Touristen aufnehmen und an den Flughäfen finden Fiebermessungen statt.

Schweden

Schweden gilt weiterhin als Risikogebiet, weil es mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in der vergangenen Woche gab. Die Grenzen sind zwar geöffnet und es gibt kaum Einschränkungen im Land, doch vor allem im Großraum Stockholm und den angrenzenden Regionen gibt es immer noch sehr viele Neuinfektionen.

USA 

Die USA haben bereits seit dem 13. März 2020 ein Einreiseverbot für Deutsche verhängt. Zusätzlich gilt von deutscher Seite die Einstufung als Risikogebiet sowie die weltweite Reisewarnung. Reisen in die USA sind damit nur in wenigen Ausnahmefällen möglich.

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